Ukraine, Russland

Ukraine-Rolle für Europäer? - Selenskyj berät mit Partnern

22.05.2026 - 04:45:04 | dpa.de

Weil der Friedensprozess für die Ukraine stockt, spricht Selenskyj mit seinen europäischen Verbündeten. Diese müssen erst einmal erreichen, dass Washington und Moskau sie ernst nehmen.

  • Immer wieder schlagen russische Bomben und Drohnen in ukrainischen Städten ein.  - Foto: Uncredited/Ukrainian Emergency Service/dpa
    Immer wieder schlagen russische Bomben und Drohnen in ukrainischen Städten ein. - Foto: Uncredited/Ukrainian Emergency Service/dpa
  • Der belarussische Machthaber Lukaschenko sagt, er sei zu einem Treffen mit Selenskyj bereit.  - Foto: Uncredited/Belarusian Presidential Press Service/dpa
    Der belarussische Machthaber Lukaschenko sagt, er sei zu einem Treffen mit Selenskyj bereit. - Foto: Uncredited/Belarusian Presidential Press Service/dpa
Immer wieder schlagen russische Bomben und Drohnen in ukrainischen Städten ein.  - Foto: Uncredited/Ukrainian Emergency Service/dpa Der belarussische Machthaber Lukaschenko sagt, er sei zu einem Treffen mit Selenskyj bereit.  - Foto: Uncredited/Belarusian Presidential Press Service/dpa

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj will heute mit den Staats- und Regierungschefs aus Deutschland, Frankreich und Großbritannien über den stockenden Friedensprozess beraten. «Ich habe ein Gespräch mit den Partnern der E3 (Europa 3) geplant», sagte er in einer Videobotschaft, die in der Stadt Slawutytsch nördlich von Kiew aufgezeichnet wurde. 

«Wir werden darüber sprechen, wie unser gemeinsamer Druck und unsere gemeinsame diplomatische Arbeit die Lage real beeinflussen können», sagte Selenskyj, ohne weitere Details zu nennen. Angaben zum Format des Gesprächs machte er nicht. Weil er in der Ukraine ist, dürfte es auf eine Videoschalte mit Bundeskanzler Friedrich Merz, Präsident Emmanuel Macron und Premierminister Keir Starmer hinauslaufen.

Friedensbemühungen liegen auf Eis

Die Bemühungen um ein Ende des seit mehr als vier Jahren dauernden russischen Angriffskriegs lagen in den vergangenen Wochen auf Eis. Die USA, die sich nicht primär als Verbündete der Ukraine sehen, sondern als Vermittler, sind seit Ende Februar durch den Iran-Krieg abgelenkt. 

Die europäischen Verbündeten Kiews waren bislang eher am Rande beteiligt. Sie diskutieren aber, mit welchen Forderungen und welchen Unterhändlern man mit Russland über ein Kriegsende reden sollte. Moskau nennt sich gesprächsbereit, rückt aber nicht von seinen maximalen Kriegszielen ab.

Nächtliche Drohnenangriffe

Ab dem späten Donnerstagabend überzogen Russland und die Ukraine einander wieder mit Drohnenangriffen. Seitens der ukrainischen Armee zeichnete sich erneut eine größere Attacke auf Ziele im russischen Hinterland ab. Die russische Luftfahrtbehörde Rosawiazija schränkte an zahlreichen Flughäfen den Flugverkehr ein, darunter in Moskau und St. Petersburg. Die ukrainische Luftwaffe ortete russische Drohnen über den nordöstlichen Landesteilen Tschernihiw und Sumy.

Sorgen an der Grenze zu Belarus

In Slawutytsch befand sich Selenskyj fast an der Grenze zu Belarus. Er beriet dort mit örtlichen Vertretern über einen besseren Schutz der Grenzregion gegen mögliche Angriffe aus dem Nachbarland. Russland wolle seinen engen Verbündeten Belarus stärker in den Krieg hineinziehen, warnte er. 

Belarus werde sich an diesem Krieg nur beteiligen, wenn es selbst angegriffen werde, sagte dagegen Machthaber Alexander Lukaschenko in Minsk der staatlichen Nachrichtenagentur Belta zufolge. Er erklärte sich bereit zu einem Treffen mit Selenskyj «an einem beliebigen Ort, in Belarus, in der Ukraine». Das Präsidialamt in Kiew erwiderte, mit Lukaschenko gebe es nichts zu besprechen. 

Tote und Verletzte in der Ostukraine

Im ostukrainischen Gebiet Donezk wurden vier Zivilisten durch russische Luftangriffe getötet und weitere fünf verletzt. Die frontnahe Kleinstadt Druschkiwka sei mit Gleitbomben und Drohnen attackiert worden, teilte die regionale Staatsanwaltschaft mit. Druschkiwka liegt südlich von Kramatorsk und nur etwa 20 Kilometer von den vordersten russischen Linien entfernt. 

Abends wurden in der Großstadt Dnipro im Süden mindestens 19 Menschen verletzt, wie die örtlichen Behörden meldeten. Ein Luftangriff habe zwei Wohnblocks beschädigt. Russland überzieht das Nachbarland Ukraine seit mehr als vier Jahren mit einem verheerenden Krieg.

So schätzen die Börsenprofis Aktien ein!

<b>So schätzen die Börsenprofis Aktien ein!</b>
Seit 2005 liefert der Börsenbrief trading-notes verlässliche Anlage-Empfehlungen – dreimal pro Woche, direkt ins Postfach. 100% kostenlos. 100% Expertenwissen. Trage einfach deine E-Mail Adresse ein und verpasse ab heute keine Top-Chance mehr. Jetzt abonnieren.
Für. Immer. Kostenlos.
de | ausland | 69396552 |

Weitere Meldungen

Selenskyj berät mit Partnern – welche Rolle spielt Europa?. Diese müssen erst einmal erreichen, dass Washington und Moskau sie ernst nehmen. Weil der Friedensprozess für die Ukraine stockt, spricht Selenskyj mit seinen europäischen Verbündeten. (Ausland, 22.05.2026 - 06:46) weiterlesen...

Militärmanöver mit Belarus: Russland testet sein Atomarsenal. Auch Nachbar Belarus ist beteiligt. Was Präsident Putin dazu sagt - und wie das Militär seine Macht demonstriert. Moskau setzt bei einem Manöver auf land-, see- und luftgestützte Atomwaffen. (Ausland, 21.05.2026 - 17:48) weiterlesen...

Kreml: Russland zu Dialog mit Europäern bereit Russland ist in seinem Angriffskrieg gegen die Ukraine nach Kreml-Angaben offen für einen Dialog auch mit den Europäern. (Boerse, 21.05.2026 - 14:42) weiterlesen...

Merz will Sonderstatus für Ukraine - EU-Beitritt erst später. Für die vermutlich lange Wartezeit macht er nun einen Vorschlag. Bundeskanzler Merz hält eine rasche Aufnahme der Ukraine in die EU für ausgeschlossen. (Ausland, 21.05.2026 - 14:10) weiterlesen...

Russland: Zwei Tote und Verletzte nach ukrainischem Angriff. In Sysran an der Wolga gibt es Opfer. Die Stadt war schon mehrfach Ziel. Als Teil ihres Abwehrkampfes greift die Ukraine Ziele im russischen Hinterland an. (Ausland, 21.05.2026 - 08:12) weiterlesen...

Merz schlägt EU-Sonderstatus für Ukraine vor Schneller Beitritt oder Sonderweg? Kanzler Merz will der Ukraine einen exklusiven Status als EU-Partner verschaffen. (Ausland, 21.05.2026 - 06:00) weiterlesen...