USA, Regierung

Nationalgarde in Chicago: Trump wendet sich an Supreme Court

18.10.2025 - 00:59:59 | dpa.de

Trump hat schon in mehrere demokratisch regierte Städte Soldaten geschickt und will sie auch in Chicago einsetzen. Bislang stoppten ihn Gerichte - nun hofft er auf Erfolg vor dem höchsten US-Gericht.

  • Bevor ein Gericht Trumps Pläne durchkreuzte, waren Nationalgardisten bereits an einer Einrichtung der Einwanderungsbehörde ICE in einem Vorort Chicagos zu sehen. (Archivbild) - Foto: Stacey Wescott/TNS via ZUMA Press Wire/dpa
    Bevor ein Gericht Trumps Pläne durchkreuzte, waren Nationalgardisten bereits an einer Einrichtung der Einwanderungsbehörde ICE in einem Vorort Chicagos zu sehen. (Archivbild) - Foto: Stacey Wescott/TNS via ZUMA Press Wire/dpa
  • In dem Vorort von Chicago wird seit Wochen gegen das Vorgehen der Einwanderungsbehörde ICE protestiert. (Archivbild) - Foto: Adam Gray/AP/dpa
    In dem Vorort von Chicago wird seit Wochen gegen das Vorgehen der Einwanderungsbehörde ICE protestiert. (Archivbild) - Foto: Adam Gray/AP/dpa
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Im Rechtsstreit um einen Einsatz der US-Nationalgarde in Chicago und Umgebung schaltet die Regierung des republikanischen Präsidenten Donald Trump den Supreme Court ein. Sie bittet das oberste US-Gericht die Entscheidung einer unteren Instanz auszusetzen, die ihr den Einsatz der Soldaten im Bundesstaat Illinois vorerst untersagt hat. Der demokratisch regierte Bundesstaat im Mittleren Westen und die Millionenstadt Chicago hatten gegen den Plan der US-Regierung geklagt, gegen ihren Willen Soldaten der Nationalgarde in der Region einzusetzen.

Ein Bundesgericht in Chicago hatte einen solchen Einsatz daraufhin vergangene Woche zunächst für zwei Wochen gestoppt. Die US-Regierung wandte sich dann an ein Berufungsgericht, doch auch dieses erlaubte ihr den Soldateneinsatz zunächst nicht. Nun hofft sie auf Erfolg vor dem höchsten US-Gericht. Trump hatte während seiner ersten Amtszeit wegen zweier Todesfälle und eines Abgangs die Möglichkeit, drei Richterposten neu zu besetzen. Das Oberste Gericht rutschte dadurch weit nach rechts. 

Nationalgardisten wurden bereits in einem Vorort Chicagos 

Der Streit um einen Einsatz von Soldaten in Chicago, wo seit Wochen Menschen gegen Razzien der Einwanderungsbehörde ICE protestieren, war jüngst hochgekocht: Die US-Regierung hatte Nationalgardisten aus Illinois unter Bundeskontrolle gestellt. Sie sollten Bundesbeamte - etwa von ICE - und Bundeseigentum schützen. Zudem kamen Nationalgardisten aus Texas nach Illinois. 

Bevor das Bundesgericht einen Einsatz der Soldaten blockierte, waren sie vergangene Woche bereits auf dem Gelände einer ICE-Einrichtung in einem Vorort von Chicago zu sehen. Dieser ist seit Wochen Schauplatz von Protesten gegen die Behörde ICE, die für Razzien gegen Migranten mit teils vermummten Beamten bekannt ist. 

Richterin sah keine Beweise für Rebellion in Illinois 

In den USA haben im Normalfall die Bundesstaaten die Kontrolle über die Nationalgarde, die eine militärische Reserveeinheit und Teil der US-Streitkräfte ist. Sie kann etwa bei Naturkatastrophen, Unruhen oder Notfällen im Inneren eingesetzt werden. In bestimmten Situationen kann der US-Präsident das Kommando übernehmen - etwa, wenn eine Rebellion gegen die Autorität der Regierung droht oder im Gange ist. 

Eine Richterin der unteren Instanz in Chicago sagte laut Medienberichten vergangene Woche im Gerichtssaal, ihr seien keine glaubwürdigen Beweise vorgelegt worden, dass es in Illinois zu einer angeblichen Rebellion gekommen sei. Kritiker werfen dem republikanischen US-Präsidenten Trump vor, mit dem Einsatz der Nationalgarde in demokratisch regierten Städten und Regionen politische Gegner einschüchtern zu wollen.

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