USA, Russland

Ukraine bestreitet Attacke auf Putin-Residenz

30.12.2025 - 05:42:17 | dpa.de

Russland wirft der Ukraine vor, eine Residenz Putins angegriffen zu haben. Diese Vorwürfe weist Kiew zurück. US-Präsident Trump sagt, er sei von Putin informiert worden. Und reagiert.

  • Putin hat mehrere Residenzen.  - Foto: Mikhail Metzel/Pool Sputnik Kremlin/AP/dpa

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  • Selenskyj bezeichnet die russischen Vorwürfe als Lüge. (Archivbild) - Foto: Alex Brandon/AP/dpa

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  • Trump sagt, er sei von Putin über den Angriff informiert worden.  - Foto: Alex Brandon/AP/dpa

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Putin hat mehrere Residenzen.  - Foto: Mikhail Metzel/Pool Sputnik Kremlin/AP/dpaSelenskyj bezeichnet die russischen Vorwürfe als Lüge. (Archivbild) - Foto: Alex Brandon/AP/dpaTrump sagt, er sei von Putin über den Angriff informiert worden.  - Foto: Alex Brandon/AP/dpa

US-Präsident Donald Trump kritisiert den angeblichen ukrainischen Angriff auf eine Residenz des russischen Präsidenten Wladimir Putin. «Das ist nicht gut», sagte Trump, nachdem er bestätigt hatte, von Putin darüber informiert worden zu sein. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj wies die Anschuldigungen Russlands zurück. Sie seien ein Vorwand, den Krieg fortzusetzen und erneut auch Regierungsgebäude in Kiew angreifen zu wollen. 

Putins außenpolitischer Berater, Juri Uschakow, sagte, der Kreml hoffe auf Verständnis der USA dafür, dass Russland nach dem angeblichen Terroranschlag auf Putins Anwesen seine Position bei den Verhandlungen überdenke. Laut russischen Medien handelt es sich um Putins Waldai-Residenz, die im Gebiet Nowgorod zwischen Moskau und St. Petersburg liegt. Dort soll Putin oft seine Wochenenden mit der Familie verbringen. Für den russischen Präsidenten stehen in vielen Teilen des flächenmäßig größten Landes der Erde Residenzen zur Verfügung. 

Der frühere russische Präsident und stellvertretende Vorsitzende des nationalen Sicherheitsrates, Dmitri Medwedew, schrieb auf der Plattform X, dass Selenskyj sich nun für den Rest seines Lebens verstecken müsse. Selenskyj versuche, eine Einigung zur Beendigung des Konflikts zu verhindern. «Er will Krieg», behauptete Medwedew. Selenskyj dagegen betont immer wieder, dass sein Land wie kein anderes nach Frieden strebe.

Der russische Außenminister Sergej Lawrow hatte zuerst am Montag den versuchten «Terroranschlag» öffentlich gemacht. Er sprach von 91 ukrainischen Drohnen mit größerer Reichweite, die Russlands Flugabwehr abgeschossen habe. Über Schäden oder Verletzte war nach Darstellung Lawrows nichts bekannt. Lawrow kündigte aber auch Vergeltungsschläge Moskaus in Kiew an. Details nannte er nicht.

Das russische Verteidigungsministerium teilte am Abend mit, dass die Drohnen über den Gebieten Brjansk, Smolensk und Nowgorod «neutralisiert» worden seien. Die Angaben waren von unabhängiger Seite nicht überprüfbar.

Russischer Berater: Trump war schockiert

Trump sei «schockiert» gewesen von den Schilderungen Putins, behauptete Uschakow. «Angesichts des von Kiew ausgeübten Staatsterrorismus kann die russische Seite nicht anders handeln», betonte er mit Blick auf die Erklärung, dass Russland nun seine Position bei den Friedensverhandlungen auf den Prüfstand stelle. «Dies wurde sehr deutlich zum Ausdruck gebracht», sagte Uschakow. Zugleich habe Putin betont, «dass die russische Seite weiterhin eng und fruchtbar mit den amerikanischen Partnern zusammenarbeiten will, um Wege zum Frieden zu finden».

Trump wird aus dem eigenen Lager kritisiert

Trump bestätigte, dass Putin ihn über den angeblichen Drohnenangriff informiert habe. Er verwies in dem Zusammenhang darauf, dass er im Oktober keine Freigabe von Tomahawk-Waffen erteilt hatte, die die Ukraine erbeten hatte. Der Marschflugkörper hat eine hohe Reichweite und hätte die Ukraine in die Lage versetzen können, ihn bis tief in das russische Hinterland abzufeuern. Der US-Präsident sagte: Es sei eine Sache, offensiv zu sein, weil sie (Russland) offensiv gewesen seien. «Aber es ist eine andere Sache, sein Haus anzugreifen.» 

Kritik für seine Aussagen erhielt Trump aus seinem eigenen Lager. Der republikanische Kongressabgeordnete Don Bacon, ein ehemaliger Luftwaffen-General und Mitglied im Verteidigungsausschuss, schrieb auf der Plattform X: «Präsident Trump und sein Team sollten sich zunächst über die Fakten informieren, bevor sie Schuldzuweisungen vornehmen. Putin ist bekannt dafür, dass er unverhohlen lügt.»

Selenskyj hatte am Sonntag mit Trump in den USA über eine Beendigung des Krieges verhandelt, ohne greifbares Ergebnis. «Es ist klar, dass wir gestern ein Treffen mit Trump hatten, und es ist klar, dass es für die Russen ein Misserfolg ist, wenn es keinen Skandal zwischen uns und Amerika gibt, sondern wir Fortschritte erzielen. Sie wollen diesen Krieg nicht beenden», sagte Selenskyj. Er forderte erneut Druck auf Russland, den Krieg zu beenden.

Die Ukraine wehrt sich immer wieder auch mit Drohnenangriffen auf russische Ziele gegen den Angriffskrieg Moskaus, der seit fast vier Jahren andauert.

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