USA, Regierung

Trump-Berater wegen Missachtung des Kongresses verurteilt

08.09.2023 - 00:59:59

Peter Navarro soll zum Angriff auf das US-Kapitol aussagen und kommt der Einladung nicht nach - er beruft sich auf angebliche Privilegien als Berater des damaligen Präsidenten. Eine Jury sieht das anders.

Der einstige Berater von Ex-US-Präsident Donald Trump, Peter Navarro, ist vor einem Bundesgericht in Washington wegen Missachtung des Kongresses verurteilt worden. Das meldeten US-Medien übereinstimmend. Die Geschworenen befanden den 74-Jährigen demnach für schuldig, weil er sich weigerte, Dokumente herauszugeben und vor einem Untersuchungsausschuss des Repräsentantenhauses zum Angriff auf das US-Kapitol am 6. Januar 2021 auszusagen. Ein Strafmaß soll erst zu einem späteren Zeitpunkt verkündet werden. In beiden Punkten drohen ihm jeweils zwischen 30 Tagen und einem Jahr Haft.

«Peter Navarro hat eine Entscheidung getroffen», zitierte unter anderem die «Washington Post» aus dem Schlussplädoyer von Staatsanwältin Elizabeth Aloi. «Er hat sich entschieden, einer Vorladung des Kongresses nicht Folge zu leisten. Unsere Regierung funktioniert nur, wenn die Menschen sich an die Regeln halten. Und sie funktioniert nur, wenn sie zur Rechenschaft gezogen werden, wenn sie es nicht tun.» Navarro hatte argumentiert, er sei der Vorladung nicht nachgekommen, weil Trump ihn angewiesen habe, zu sagen, er sei aufgrund des Exekutivprivilegs davon befreit.

Navarro ist der zweite Trump-Berater, der wegen mangelnder Zusammenarbeit mit dem Ausschuss verurteilt wurde. Der einstige Chefstratege Trumps, Steve Bannon, war im vergangenen Herbst wegen Missachtung des Kongresses zu einer viermonatigen Haftstrafe verurteilt worden, legte aber Berufung gegen die Entscheidung ein und bleibt in Erwartung des Ergebnisses auf freiem Fuß. Auch Navarro kündigte an, gegen die Entscheidung vorzugehen.

Der Untersuchungsausschuss arbeitete die Ereignisse des 6. Januar 2021 auf: An dem Tag hatten Trumps Anhänger gewaltsam das Parlamentsgebäude in Washington erstürmt, wo gerade der Sieg von Joe Biden bei der Präsidentenwahl bestätigt werden sollte.

@ dpa.de

Weitere Meldungen

Trump: Zweiter Angriff auf Venezuela vorerst gestoppt. Die US-Kriegsschiffe bleiben jedoch vor Ort. Der US-Präsident winkt mit Investitionen in Milliardenhöhe. Einen weiteren Angriff auf Venezuela soll es erst einmal nicht geben sagt Donald Trump. (Ausland, 09.01.2026 - 11:29) weiterlesen...

Trump: Zweiter US-Angriff auf Venezuela abgesagt (Ausland, 09.01.2026 - 10:54) weiterlesen...

Trump deutet Treffen mit Venezuelas Oppositionsführerin an. Nun könnte sie den US-Präsidenten bald treffen. Die venezolanische Friedensnobelpreisträgerin María Corina Machado huldigte Trump für die Festnahme von Staatschef Maduro. (Ausland, 09.01.2026 - 04:29) weiterlesen...

Trump ordnet massive Käufe von Hypothekenanleihen an. Das setzt den Präsidenten unter Druck. Trump verspricht nun günstigere Immobilienkredite. Donald Trump versprach Amerikanern niedrigere Preise - doch das Leben in den USA bleibt teuer. (Wirtschaft, 09.01.2026 - 02:37) weiterlesen...

Trump: Sean «Diddy» Combs bat mich um Begnadigung. Er geht gegen das Urteil in Berufung. Zudem bittet er auch den US-Präsidenten um eine Begnadigung. US-Rapper Sean Combs soll wegen Sexualstraftaten mehr als vier Jahre im Gefängnis verbringen. (Unterhaltung, 09.01.2026 - 01:46) weiterlesen...

Trump: Nur mein Sinn für Moral kann mich zurückhalten Setzt das internationale Recht Grenzen für Donald Trump? Der US-Präsident selbst fühlt sich nur von seinem Sinn für Moral eingeschränkt, wie er der «New York Times» offenbarte. (Ausland, 09.01.2026 - 00:49) weiterlesen...