USA, Israel

Iran stoppt Containerschiffe - Warnung vor neuer Eskalation

27.03.2026 - 15:30:32 | dpa.de

Israels Armee greift Irans Rüstungsindustrie an, während die Basidsch-Miliz Containerschiffe an der Straße von Hormus stoppt. Ein direktes Treffen zwischen USA und Iran soll in Vorbereitung sein.

  • Die Angriffe der USA und Israels auf den Iran dauern an. - Foto: Vahid Salemi/AP/dpa
    Die Angriffe der USA und Israels auf den Iran dauern an. - Foto: Vahid Salemi/AP/dpa
  • Israel steht weiterhin aus dem Iran unter Beschuss. - Foto: Mahmoud Illean/AP/dpa
    Israel steht weiterhin aus dem Iran unter Beschuss. - Foto: Mahmoud Illean/AP/dpa
  • Die Schifffahrt wird durch den Iran-Krieg weiterhin massiv behindert. - Foto: Uncredited/AP/dpa
    Die Schifffahrt wird durch den Iran-Krieg weiterhin massiv behindert. - Foto: Uncredited/AP/dpa
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Trotz diplomatischer Bemühungen um ein Ende des Iran-Kriegs dauert der Schlagabtausch im Nahen und Mittleren Osten an und eine Entspannung an der für die Weltwirtschaft wichtigen Straße von Hormus ist nicht in Sicht. Im Streit um die freie Schifffahrt durch die Meerenge blieb der Iran unnachgiebig. Die paramilitärische Basidsch-Miliz verwehrte drei Containerschiffen die Durchfahrt. 

Nach Angaben der Nachrichtenagentur Tasnim begründete die Miliz ihr Vorgehen mit angeblichen Äußerungen von US-Präsident Donald Trump, wonach die Meerenge für die Schifffahrt offen sei. Die Miliz wies auf die offizielle iranische Haltung hin, dass für Schiffe mit Verbindungen zu Israel, den USA und deren Verbündeten die Passage verboten sei.

Trump verschiebt Ultimatum

Trump hatte sein Ultimatum zur Wiedereröffnung der Meerenge am Donnerstagabend deutscher Zeit erneut verlängert. Die angedrohten Angriffe auf Irans Energieinfrastruktur verschob er um zehn Tage – die neue Frist ist nun der 6. April (Ortszeit Washington). Er verwies auf «sehr gute» Gespräche. Zuvor hatte er die Passage von zehn Öltankern als «Geschenk» Teherans bezeichnet und als Zeichen des guten Willens dargestellt.

Die Meerenge ist die einzige Verbindung des Persischen Golfs mit den Weltmeeren. Rund ein Fünftel des weltweiten Ölbedarfs wird durch das an der schmalsten Stelle nur etwa 50 Kilometer breite Nadelöhr transportiert.

Tusk warnt vor möglicher Eskalation

Polens Regierungschef Donald Tusk hält eine weitere Eskalation der Lage in der Region für möglich. «Ich habe seit einigen Dutzend Stunden Grund zur Annahme – auch aufgrund von Informationen unserer Verbündeten – dass in den nächsten Tagen kaum mit einer Stabilisierung im Nahen Osten zu rechnen ist», sagte Tusk in Warschau. Das Gegenteil sei der Fall: «Die nächsten Tage und Wochen könnten zu einer Eskalation dieser Situation führen.» 

Israels Armee griff nach eigenen Angaben in der Nacht zum Freitag erneut Ziele im Iran an. Ins Visier seien dabei unter anderem Produktionsstätten für ballistische Raketen, Raketenlager und Raketenabschussrampen genommen worden, teilte das israelische Militär mit. Angriffe habe es unter anderem in der iranischen Hauptstadt Teheran gegeben. Ziel sei es, den iranischen Beschuss auf Israel einzuschränken.

Wieder Raketen aus dem Iran auf Israel

Dennoch heulten wegen Angriffen aus dem Iran in der Nacht erneut die Sirenen in Israel, darunter in der Küstenmetropole Tel Aviv. Berichte über Opfer gab es zunächst nicht. Und am frühen Nachmittag gab es in Israel erneut Raketenbeschuss aus dem Iran. Berichte über Schäden oder Opfer gab es zunächst nicht.

Israelischen Medienberichten zufolge liegt der Fokus der israelischen Angriffe im Iran derzeit nicht mehr so sehr auf dem iranischen Machtapparat wie zuvor, sondern vor allem auf militärischen Zielen wie der Rüstungsindustrie. Hintergrund soll demnach sein, dass Israel sich darauf vorbereitet, dass US-Präsident Trump schon bald eine Waffenruhe mit dem Iran verkünden könnte.

Bei einem Luftangriff auf Ziele in der iranischen Stadt Ghom wurden nach Angaben der örtlichen Behörden mindestens 15 Menschen getötet. Weitere zehn Personen seien verletzt, sagte der stellvertretende Gouverneur der gleichnamigen Provinz, Mortesa Heidari, der staatlichen Nachrichtenagentur Isna. Es liegen keine Angaben über die getroffenen Ziele vor, und es gibt keine unabhängige Bestätigung.

Ghom gilt als religiöses Zentrum im Iran und zählt zu den wichtigsten schiitischen Wallfahrtsorten weltweit. Die Region ist zudem wegen Industrie- und Atomanlagen von strategischer Bedeutung.

Israel droht mit Ausweitung der Angriffe auf den Iran

Die USA und Israel hatten den Krieg vor knapp vier Wochen mit Angriffen auf den Iran begonnen. Während es aus den USA nun Signale für eine mögliche Verständigung mit Teheran gibt, kündigte Israels Verteidigungsminister eine Ausweitung der israelischen Angriffe an. Grund sei der andauernde Raketenbeschuss aus dem Land auf Israel, teilte Israel Katz nach Angaben seines Büros mit. Israels Armee werde deshalb ihre Angriffe «eskalieren». Im Fokus sollen demnach Ziele in Verbindung mit iranischen Waffen stehen.

Ministerpräsident Benjamin Netanjahu und er hätten Teheran aufgefordert, Raketenangriffe auf Israels Zivilbevölkerung einzustellen, sagte Katz. Aber trotz der Warnungen gehe der Beschuss weiter.

In den Bemühungen um ein Ende des Iran-Kriegs gibt es nach Aussage von Außenminister Johann Wadephul Vorbereitungen für ein direktes Treffen zwischen Vertretern der USA und Irans. «Das soll wohl in der nächsten Zeit recht kurzfristig in Pakistan stattfinden», sagte der CDU-Politiker im Deutschlandfunk. Vorher habe es nach seinen Informationen indirekte Kontakte gegeben. Er bezeichnete das als «erste Zeichen der Hoffnung, der Zuversicht».

Absicherung der Straße von Hormus nach Kriegsende denkbar

Wadephul bekräftigte zudem Deutschlands Offenheit für eine Absicherung des Schiffsverkehrs in der Meerenge zwischen dem Iran und der Arabischen Halbinsel nach einem Ende des Krieges. «Was wir immer gesagt haben: Wenn dieser Krieg beendet ist, dann ist Deutschland prinzipiell bereit, darüber nachzudenken, ob wir bei der Absicherung des Schiffsverkehrs in der Straße von Hormus helfen können», sagte der CDU-Politiker. «Aber da müssen wir erst einmal hinkommen.»

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