Deutschland, Israel

Klöckner im Gazastreifen - «Weg der Öffnung weitergehen»

12.02.2026 - 10:29:16 | dpa.de

Die Bundestagspräsidentin ist die erste deutsche Politikerin, die seit dem Überfall der Hamas auf Israel im Oktober 2023 in den Gazastreifen reist. Dem Besuch gingen langwierige Verhandlungen voraus.

  • Bundestagspräsidentin Klöckner hielt sich nach Bundestagsangaben etwa eine Stunde in dem von israelischen Streitkräften kontrollierten Teil des Gazastreifens auf. (Archivbild)  - Foto: Leo Correa/AP/dpa
    Bundestagspräsidentin Klöckner hielt sich nach Bundestagsangaben etwa eine Stunde in dem von israelischen Streitkräften kontrollierten Teil des Gazastreifens auf. (Archivbild) - Foto: Leo Correa/AP/dpa
  • Vor ihrer Reise in den Gazastreifen tauschte sich Bundestagspräsidentin Klöckner mit israelischen Soldatinnen aus.  - Foto: Ulrich Steinkohl/dpa
    Vor ihrer Reise in den Gazastreifen tauschte sich Bundestagspräsidentin Klöckner mit israelischen Soldatinnen aus. - Foto: Ulrich Steinkohl/dpa
'.$caption.' '.$caption.'

Bundestagspräsidentin Julia Klöckner hat als erste deutsche Politikerin seit dem Überfall der Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023 den Gazastreifen besucht. Sie hielt sich nach Bundestagsangaben etwa eine Stunde in dem von israelischen Streitkräften kontrollierten Teil des Gazastreifens auf, um sich dort einen eigenen Eindruck zu verschaffen. Klöckner befindet sich auf einer dreitägigen Reise in Israel. Die sie begleitenden Journalisten konnten nicht mit in den Gazastreifen kommen.

Die CDU-Politikerin begrüßte es, dass Israel erstmals einer parlamentarischen Beobachterin Zugang zu der Gegend ermöglicht habe. Sie appellierte an die Regierung, diesen Weg der Öffnung weiterzugehen. Die im Friedensplan festgelegte gelbe Linie, die das von Israel kontrollierte Gebiet abgrenzt, sei keine feste Grenze, sondern nur eine temporäre Demarkationslinie. «Sie darf nicht zu einer dauerhaften Barriere werden», betonte Klöckner. 

Umso wichtiger sei der Zugang für internationale, unabhängige Beobachterinnen und Beobachter und perspektivisch ein Zeitplan für weitere Schritte zur Umsetzung des Friedensplans, sagte Klöckner. «Transparente Lagebilder stärken Vertrauen.» 

Dem Besuch gingen langwierige Verhandlungen voraus

Dem Besuch Klöckners im Gazastreifen waren langwierige Verhandlungen vorausgegangen. Noch am Vorabend war unklar, ob Israel die Genehmigung dafür erteilen würde. Maßgeblich beteiligt war auch die Knesset, das israelische Parlament, auf dessen Einladung Klöckner nach Israel gereist war. 

Der Besuch war wegen der labilen Sicherheitslage heikel. Trotz der Waffenruhe kommt es entlang der gelben Linie immer wieder zu Zwischenfällen. So tötete das Militär dort nach eigenen Angaben erst Ende Januar mehrere Palästinenser, weil sie die gelbe Linie überschritten und eine Sprengladung angebracht hätten.

Die Bundesregierung wollte sich nicht zu der Reise oder etwaigen Sicherheitsbedenken äußern. «Reisevorhaben beziehungsweise Reisen anderer Verfassungsorgane, die sich ein Bild vor Ort machen möchten, kommentiert die Bundesregierung grundsätzlich nicht», hieß es aus dem Auswärtigen Amt. 

Die Grünen-Vorsitzende Franziska Brantner kritisierte, dass Klöckner nur einen eingeschränkten Ausschnitt der Realität im Gazastreifen erlebe. «Es ist gut, dass Bundestagspräsidentin Julia Klöckner sich vor Ort ein Bild von Gaza machen möchte. Aber wenn sie dies tut, ohne die Seite der Palästinenser auch nur anzuhören, muss sie sich den Vorwurf gefallen lassen, die Wirklichkeit in dieser Region nur einseitig wahrnehmen zu wollen», sagte sie dem «Spiegel».

Hol dir jetzt den Wissensvorsprung der Aktien-Profis.

 <b>Hol dir jetzt den Wissensvorsprung der Aktien-Profis.</b>

Seit 2005 liefert der Börsenbrief trading-notes verlässliche Anlage-Empfehlungen – dreimal pro Woche, direkt ins Postfach. 100% kostenlos. 100% Expertenwissen. Trage einfach deine E-Mail Adresse ein und verpasse ab heute keine Top-Chance mehr.
Jetzt abonnieren.

ausland | 68574997 |

Weitere Meldungen

Evakuierte Passagiere berichten: «Habe eine Rakete gesehen». Diese Erlebnisse haben Passagiere im Gepäck. Raketen am Himmel, eine Nacht in der Tiefgarage, gesperrte Flugräume: Der erste Nahost-Evakuierungsflug der Regierung ist in Frankfurt gelandet. (Unterhaltung, 05.03.2026 - 10:52) weiterlesen...

Erster deutscher Evakuierungsflug in Frankfurt gelandet. In Frankfurt warten Angehörige und Medien auf die Passagiere. Erstmals seit dem US-Angriff auf den Iran hat die Regierung deutsche Bürger aus der Region ausfliegen lassen. (Unterhaltung, 05.03.2026 - 07:41) weiterlesen...

Erster deutscher Evakuierungsflug nach Frankfurt gestartet. Das Flugzeug wird am Morgen in Frankfurt erwartet. Erstmals seit dem US-Angriff auf den Iran lässt die Bundesregierung deutsche Bürger aus der Region ausfliegen. (Politik, 04.03.2026 - 23:43) weiterlesen...

Pistorius lehnt deutsche Beteiligung am Iran-Krieg ab. Von ihm kommt im Bundestag eine klare Ansage. Beteiligt sich die Bundeswehr am Krieg gegen den Iran, hilft sie den Partnern USA und Israel? Für Verteidigungsminister Pistorius ist das unvorstellbar. (Politik, 04.03.2026 - 17:17) weiterlesen...

Wadephul kündigt zwei weitere Nahost-Evakuierungsflüge an. Der Außenminister äußert eine Hoffnung. Einige wegen des Iran-Krieges gestrandete Deutsche in der Nahost-Region können aufatmen: Am Donnerstag und Freitag gibt es weitere Flüge aus dem Oman. (Unterhaltung, 04.03.2026 - 17:11) weiterlesen...

Mehrere Flüge aus Konfliktregion erwartet - Lage «volatil». Langsam scheint es für sie aber Licht am Ende des Tunnels zu geben. In Deutschland kommen heute wieder Flugzeuge etwa aus Dubai an. Seit Kriegsbeginn kommen Tausende Urlauber in Nahost nicht weg. (Unterhaltung, 04.03.2026 - 12:27) weiterlesen...