USA, Russland

Spitzen-Diplomant Ischinger: Ja, wir waren naiv

25.09.2025 - 18:40:29

Deutschland hat sich nach Ansicht des ehemaligen Spitzen-Diplomaten und langjährigen Chefs der Münchner Sicherheitskonferenz Wolfgang Ischinger zu sehr auf das Wohlwollen der USA und anderer Länder verlassen.

"Ja, wir waren naiv, nicht nur im Umgang mit Washington", sagt Ischinger in der aktuellen Ausgabe der Hamburger Wochenzeitung "Die Zeit". Ischinger reagiert mit seinen Äußerungen auf die jüngsten Entwicklungen in den USA. Präsident Donald Trump hat zuletzt den Druck auf die Medien, aber auch auf Richter, Staatsanwälte und Notenbankgouverneure erhöht. Ischinger zufolge trifft die veränderte geopolitische Lage Deutschland besonders hart.

"Kein anderes europäisches Land musste seine außenpolitischen Dogmen so grundsätzlich revidieren wie wir", sagt er. Das gelte auch für das Verhältnis zu Russland: "Wir haben in der Energiepolitik auf billiges Gas und Öl aus Russland gesetzt, auch weil wir glaubten, Russland werde diese Lieferungen niemals als Waffe einsetzen." Im Gespräch mit der "Zeit" sagte Ischinger, er habe bisher immer unterschieden zwischen den innenpolitischen und den außenpolitischen Entwicklungen in den USA. Seine Auffassung sei gewesen, die US-Innenpolitik sei vor allem Sache der Amerikaner, nicht der Deutschen. "Ich räume aber ein, dass ich mir im Lichte der Ereignisse überlege, ob die beiden Bereiche weiterhin so strikt getrennt betrachtet werden können."

@ dts-nachrichtenagentur.de

Weitere Meldungen

Laschet hält deutsche Soldaten in der Ukraine für möglich Der CDU-Außenpolitiker Armin Laschet hält die Entsendung deutscher Soldaten in die Ukraine für möglich."Die Bedingung ist ein Waffenstillstandsabkommen mit Russland, in dem glaubwürdige Sicherheitsgarantien auch der Amerikaner für die Ukraine vereinbart werden", sagte der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses im Bundestag den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. (Ausland, 10.01.2026 - 13:27) weiterlesen...

Nasa holt ISS-Crew kommende Woche zurück. Losgehen soll es am Mittwoch. Wegen eines medizinischen Problems holt die US-Raumfahrtbehörde eine Besatzung vorzeitig von der ISS zurück. (Wissenschaft, 10.01.2026 - 05:30) weiterlesen...

Selenskyj fordert Reaktion der USA nach Oreschnik-Angriff durch Russland Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat nach den schweren russischen Angriffen in der Nacht unter anderem mittels einer Rakete des Typs Oreschnik eine internationale Reaktion gefordert. (Boerse, 09.01.2026 - 12:23) weiterlesen...

Russland feuert ballistische Rakete auf Ukraine. Die Einschläge lagen gefährlich dicht an EU- und Nato-Gebiet. Präsident Selenskyj hatte einen besonders schweren Luftangriff erwartet. (Ausland, 09.01.2026 - 03:58) weiterlesen...

Nasa: ISS-Außeneinsatz aus medizinischen Gründen abgesagt. Doch medizinische Probleme eines Crewmitglieds ließen das nicht zu. Jetzt würden «alle Optionen» geprüft, sagt die Nasa. Astronauten sollten einen Außeneinsatz an der ISS vornehmen. (Wissenschaft, 08.01.2026 - 16:56) weiterlesen...

Selenskyj: Sicherheitsdokument im Grunde bereit für Trump. Kiews Präsident Selenskyj äußert sich positiv zu Gesprächen über US-Sicherheitsgarantien für sein Land. Nach dem Gipfel der «Koalition der Willigen» verhandelten Unterhändler in Paris weiter. (Ausland, 08.01.2026 - 15:10) weiterlesen...