Ex-Mossad-Chef zweifelt an militärischem Ende von Iran-Konflikt
11.03.2026 - 16:16:44 | dts-nachrichtenagentur.deHalevy zeigte sich überzeugt, dass sich der Konflikt zwischen Israel und dem Iran langfristig nur politisch lösen lässt, nicht militärisch. "Diese Überlegung ergibt sich weniger aus den aktuellen politischen Realitäten als aus langfristigen geopolitischen Mustern. Denn historisch waren Israel und der Iran nicht immer Gegner", so Halevy.
Er erinnerte an die engen Beziehungen zwischen beiden Ländern zur Zeit des Schahs. "Es gab sogar eine Art sicherheitspolitisches Dreieck zwischen Israel, der Türkei und dem Iran." In dieser Zeit habe der Mossad auch das Fundament für seine erfolgreichen Operationen gegen Irans Regime in den vergangenen Jahren gelegt. Viele Kontakte, die zum Aufbau seines verborgenen Netzwerks in der Region beigetragen hätten, seien damals geknüpft worden.
Der frühere Geheimdienst-Chef geht fest von einer größeren Rolle der USA im Nahen Osten aus. "Solange Trump im Amt ist, halte ich das für wahrscheinlich", sagte Halevy. "Sollten die USA im Iran zur entscheidenden politischen Kraft werden, ergäbe sich eine interessante Situation: Israel als enger Partner der Vereinigten Staaten auf der einen Seite und eines großen Landes wie Iran mit rund 80 Millionen Einwohnern auf der anderen Seite." Das würde den USA beträchtlichen Einfluss im Nahen Osten verschaffen.
Halevy leitete den Mossad von 1998 bis 2002. Davor hatte sich der Jurist für den Friedensvertrag zwischen Israel und Jordanien engagiert, der 1994 unterzeichnet worden war.
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