Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina

Leopoldina verlangt konsequenteres Handeln in der Corona-Krise

15.10.2020 - 15:40:56

Die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina hat die Politik dazu aufgerufen, ein "konsequenteres Handeln" im Kampf gegen die Corona-Pandemie zu zeigen.

Gerald Haug, der Präsident der Leopoldina, erklärte am Donnerstag, die Eindämmung der Epidemie könne "in den kommenden Tagen und Wochen" nur noch dann zum Erfolg führen, wenn sich die Bundesländer auf "verpflichtende und einheitliche Schutzmaßnahmen" einigten und diese auch durchsetzten. Diese Maßnahmen hätten "bereits ab 35 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in den letzten sieben Tagen" verpflichtend zu gelten und dürften "nicht nur als Empfehlung" verstanden werden, fuhr Haug fort.

Die getroffenen Entscheidungen und aufgestellten Regelungen, auf die sich die Länder und der Bund bei einer Konferenz am Mittwoch im Kanzleramt in Berlin geeinigt haben, sind nach Ansicht der Akademie nicht ausreichend, um das Infektionsgeschehen in Deutschland unter Kontrolle bringen und eindämmen zu können. Wegen "absehbar exponentiell steigender Infektionszahlen" dringt die Leopoldina daher auf Regelungen, die in der gesamten Bundesrepublik einheitlich gelten. Um weitere Beschränkungen der Wirtschaft und des öffentlichen Lebens vermeiden zu können, rufen die Wissenschaftler die Politik zu vorausschauendem Handeln auf.

Die "Deutsche Akademie der Naturforscher Leopoldina – Nationale Akademie der Wissenschaften" ist die älteste medizinisch-naturwissenschaftliche Gelehrtengesellschaft im gesamten deutschsprachigen Raum und auch die weltweit älteste ununterbrochen existierende Akademie im Bereich der Naturforschung. Sie wurde im Jahr 1652 in Schweinfurt gegründet und hat heute ihren Sitz in Halle.

 

Redaktion ad-hoc-news.de, A-1010413

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