Prekariat

Kölner Armutsforscher sagt, Covid-19 habe die Kluft zwischen Reich und Arm verschärft

09.09.2020 - 09:35:14

Christoph Butterwegge, Kölner Armutsforscher, sieht durch die Covid-19-Pandemie in Deutschland eine zunehmende Ungerechtigkeit.

Christoph Butterwegge schreibt in einem Gastbeitrag im "Kölner Stadt-Anzeiger", dass die wirtschaftlichen Auswirkungen auf die Schieflage von der politischen Verteilung bei den meisten Hilfsmaßnahmen des Staates sowie auf große Teile des öffentlichen Lebens, begründet durch den Lockdown aufgrund der Corona-Pandemie , die Kluft zwischen Reich und Arm in dieser Zeit noch mehr vertieft hätte.

Von der Krise profitiert hätten Discounter und die ohnehin bereits die umsatzstarken Konzerne. Nur ganz am Rande und wenn überhaupt seien hingegen die von Covid-19 am härtesten betroffenen Gruppen im Krisenbewältigungs- und Konjunkturpaket bedacht worden. Der Armutsforscher zählt zu den Hauptleidtragenden Empfänger von Arbeitslosengeld, Pflegebedürftige, Menschen ohne Wohnung, mit einer Sucht oder einer Behinderung sowie Geflüchtete, Prostituierte und Bewohner von Gemeinschaftsunterkünften.
Während der Covid-19-Krise wären die Armen zahlreicher und die Reichen reicher geworden, lautet das Fazit von Christoph Butterwegge. Zudem seien die Armen von der Pandemie auch bezüglich der Gesundheit stärker betroffen. Das Risiko für eine Infektion von Armen, sozial Abhängigen und arbeitslosen Menschen sei deutlich höher als dasjenige von den Reichen. Sozial bedingte Vorerkrankungen seien ausschlaggeben für ein erhöhtes Risiko, sowohl für einen schweren Krankheitsverlauf von Corona als auch für eine Infektion mit SARS-Cov-2, beispielsweise Asthma, Rheuma, Fettleibigkeit (Adipositas), Zuckerkrankheit (Diabetes), Raucherlunge (COPD) und hygienisch bedenkliche sowie beengte Wohnverhältnisse.
Die zynische Grundregel, wer arm sei, müsse früher sterben, würde für Deutschland zutreffen.

 

Redaktion ad-hoc-news.de, Ever True Smile

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