Deflationsdruck, China

Die Verbraucherpreise in China sind im Januar verglichen mit dem Vorjahresmonat deutlich gesunken.

08.02.2024 - 06:01:33

Deflationsdruck in China: Verbraucherpreise im Januar stark gesunken

Die Statistiker errechneten einen Rückgang von 0,8 Prozent, wie die chinesische Statistikbehörde am Donnerstag in Peking mitteilte. Experten hatten mit einem geringeren Minus gerechnet. Einen ähnlich starken Rückgang hatte es zuletzt vor rund 15 Jahren zur Zeit der damaligen weltweiten Wirtschafts- und Finanzkrise gegeben. Damit bleibt der Deflationsdruck in der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt weiter hoch.

Das Statistikbüro begründete den Unterschied im Jahresvergleich mit dem Frühlingsfest, das 2023 auf den 22. Januar gefallen war und in diesem Jahr erst am kommenden Samstag stattfindet. Das Fest, das sich nach dem Mondkalender richtet und auch als Chinesisch-Neujahr bekannt ist, ist zusammen mit seinen arbeitsfreien Tagen ein wichtiger Konsumtreiber in China. Millionen Menschen reisen in dieser Zeit oder kaufen für die Feierlichkeiten ein.

Im Monatsvergleich stiegen die Verbraucherpreise dagegen um 0,3 Prozent und damit den zweiten Monat in Folge. Dennoch lastet die Deflation, also das Gegenteil von Inflation, weiter auf der chinesischen Wirtschaft. Die meisten Ökonomen halten eine Deflation für gefährlicher für die Entwicklung einer Volkswirtschaft als leicht steigende Preise. Zwar profitieren die Verbraucher auf den ersten Blick, weil sie weniger für Waren und Dienstleistungen bezahlen müssen. Eine Deflation drückt aber in der Regel auch auf die Gewinne der Unternehmen und birgt damit die Gefahr von Lohnkürzungen und Entlassungen.

Chinas Wirtschaft versucht sich seit Monaten von der Corona-Pandemie zu erholen. Der Konsum in dem Land mit rund 1,4 Milliarden Menschen ist jedoch schwach. Auch ausländische Investoren haben weniger Vertrauen in die Wirtschaft und ziehen ihr Geld ab, was zuletzt an fallenden Kursen an den Börsen in China zu beobachten war. Am Mittwoch tauschte Peking ohne Begründung den Chef der Wertpapieraufsichtsbehörde aus. Obendrein bremst eine schwere Immobilienkrise den Motor der chinesischen Wirtschaft. Die Regierung steuerte zuletzt gegen, etwa indem Regelungen für Banken hinsichtlich Bargeldreserven gelockert wurden, was die Kreditvergabe erleichtern soll.

@ dpa.de