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Die Hilfsorganisation World Central Kitchen hat den Tod von sieben ihrer Mitarbeiter im Gazastreifen durch einen Luftangriff bestätigt und Israel dafür verantwortlich gemacht.

02.04.2024 - 08:57:27

World Central Kitchen: Sieben Mitarbeiter bei Angriff Israels getötet

"Das WCK-Team war in einer konfliktfreien Zone in zwei gepanzerten Fahrzeugen mit dem WCK-Logo und einem ungeschützten Fahrzeug unterwegs", schrieb die Organisation in einer Mitteilung am Dienstag. Die Organisation werde angesichts des tödlichen Vorfalls ihren Einsatz in der Region sofort stoppen und bald Entscheidungen "über die Zukunft unserer Arbeit treffen".

Israels Militär teilte mit, es führe "eine gründliche Untersuchung auf höchster Ebene durch, um die Umstände dieses tragischen Vorfalls zu verstehen".

Der Konvoi sei getroffen worden, obwohl man die Fahrt mit der israelischen Armee koordiniert habe, schrieb die Hilfsorganisation. Die Helfer hätten gerade ein Lagerhaus in der Ortschaft Deir al-Balah im zentralen Abschnitt des Gazastreifens verlassen, als sie beschossen worden seien. Dort hätten sie mehr als 100 Tonnen humanitärer Lebensmittelhilfe entladen, die auf dem Seeweg in den Gazastreifen gebracht worden sei.

"Dies ist nicht nur ein Angriff auf WCK, dies ist ein Angriff auf humanitäre Organisationen, die in schlimmsten Situationen kommen, in denen Nahrung als Waffe im Krieg eingesetzt wird", sagte der Geschäftsführer der Organisation, Erin Gore. "Dies ist unverzeihlich."

Die sieben Opfer stammten laut der Mitteilung aus Australien, Polen, Großbritannien und den Palästinensergebieten - zudem habe eines der Opfer die amerikanische und kanadische US-Staatsbürgerschaft.

"Ich bin untröstlich und entsetzt darüber, dass wir - World Central Kitchen und die Welt - heute wegen eines gezielten Angriffs der israelischen Armee wunderschöne Leben verloren haben", sagte Gore. "Die Liebe, die sie dafür hatten, Menschen zu ernähren, die Entschlossenheit, die sie verkörperten, um zu zeigen, dass Menschlichkeit über alles hinauswächst, und der Einfluss, den sie auf zahllose Leben hatten, werden für immer erinnert und gewürdigt werden."

Die Familie einer Mitarbeiterin aus Australien sagte, die 43-Jährige sei getötet worden, "während sie die Arbeit verrichtete, die sie liebte". Sie werde "ein Vermächtnis des Mitgefühls, des Mutes und der Liebe für alle in ihrem Umkreis hinterlassen".

@ dpa.de