ICE der Deutschen Bahn in Berlin

Deutsche Bahn erwartet einen Rekordverlust in der Höhe von 5,6 Milliarden Euro

25.11.2020 - 06:55:11

Die zweite Welle von Covid-19 hat die wirtschaftlichen Probleme der Deutschen Bahn verschärft.

Aktuell sind die Regionalzüge im Durchschnitt zu 55 bis 50 Prozent und die Fernzüge lediglich noch zu 20 Prozent ausgelastet. Gemäß einem Bericht der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung", unter Berufung auf die Unterlagen für die Sitzung des Aufsichtsrats am 9. Dezember 2020, steuert der bundeseigene Konzern auch aus diesem Grund im Jahr 2020 auf einen Rekordverlust in der Höhe von 5,6 Milliarden Euro zu.

Im ersten halben Jahr 2020 verzeichnete die Deutsche Bahn ein Minus von 3,7 Milliarden Euro. Im Juni 2020 hatte die Bundesregierung im Konjunkturpaket der Deutschen Bahn zum Ausgleich der Verluste 5 Milliarden Euro zur Aufstockung des Eigenkapitals versprochen. Zwischenzeitlich wird es immer unwahrscheinlicher, dass die Hilfen des Staates noch vor Silvester fließen, da sich die Kommission der Europäischen Union Zeit mit der Prüfung der Beihilfen lässt. Dazu kommen Argumente der Konkurrenten, welche die Zusagen des Staatskonzerns als unzulässige Bevorzugung erachten.

In einem Brief an die Bundeskanzlerin Angela Merkel kritisieren die Schienenverbände Mofair sowie das Netzwerk Europäischer Eisenbahnen (NEE), dass die geplanten Hilfen den Wettbewerb zusätzlich verzerren würden. Der Bundesrechnungshof erachtet die großzügigen Zusagen ebenfalls als unangemessen. Die FAZ berichtet weiter über einen aktuellen Bericht, in welchem die vorläufige Sperrung der Hilfen für die Deutsche Bahn empfohlen wird und die Auszahlung lediglich schrittweise und mittels Nachweis von der Höhe sowie der unmittelbaren Verursachung durch Covid-19 vorzunehmen. Zudem müsse der Bund die versprochenen Maßnahmen zur Gegensteuerung einfordern und sicherstellen.
Der Rechnungshof schreibt, insbesondere in Phasen eines stark eingeschränkten Lebens in der Öffentlichkeit, dem Shutdown, sei es fraglich, ob der Konzern zur Minimierung des Schadens alle Möglichkeiten ausschöpfen würde, zum Beispiel durch eine Anpassung der Erlös-Stabilisierung im Preissystem sowie die Reduktion im Fernverkehr auf ein angemessenes Grundangebot.

 

Redaktion ad-hoc-news.de, Ever True Smile

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