Fast ausverkauftes Brot am 14.03.2020 im Supermarkt

Der Vorstandsvorsitzende des größten Lebensmittelspediteurs hat die Hamsterkäufe kritisiert

14.11.2020 - 14:07:17

Die Nagel-Group aus Versmold in Nordrhein-Westfalen als größter Spediteur von Lebensmitteln in Deutschland sieht die Lage der Versorgung weiterhin als gesichert an.

Gegenüber der "Welt" für die Ausgabe am Samstag, 14. November 2020, sagte der Vorstandsvorsitzende Carsten Taucke, persönlich habe er kein Verständnis für das "Hamstern". Es habe zwar während dem Lockdown im Frühjahr 2020 kurz Zeit Leerstände in den Regalen bei Toilettenpapier, Desinfektionsmitteln oder Nudeln gegeben, jedoch habe er nirgendwo großangelegte Engpässe feststellen können.

Der Logistikmanager sagte weiter, man würde nun eine Art "Lockdown light" erleben und die Einschränkungen seien geringer als in Frühjahr 2020. Das Unternehmen habe im Einzelhandel für Lebensmittel sowie unter den Herstellern von Lebensmitteln rund 12.500 Kunden und deshalb über die Lage einen umfassenden Überblick. Nach der Meinung von Carsten Taucke sind genügend Produkte vorhanden, sodass keine Notwendigkeit zum Hamstern bestehen würde.

Für das Weihnachtsgeschäft 2020 fängt die Hochphase für das Transportunternehmen jetzt an. Gemäß dem Vorstandsvorsitzenden der Nagel-Group aus Versmold in Nordrhein-Westfalen sind die Lager an den Standorten darauf vorbereitet. Kein Spediteur in Deutschland fährt mehr Milch, Käse, Wurst, Müsli, Nudeln, Schokolade und andere Lebensmittel zu den Supermärkten wie Aldi, Edeka, Metro, Netto oder Rewe als das Familienunternehmen der Nagel-Group.

Gleichzeitig hat der Vorstandsvorsitzende Kritik an der Deutschen Bahn geübt und sagte, die Bahn sei, mit Blick auf die Anforderungen der Logistik im Bereich der Lebensmittel, keine Alternative zur Straße. Ungefähr 90 Prozent der bestellten Lieferungen pro Tag müssten den Kunden am nächsten Morgen erreichen. "Versuchen Sie einmal, so etwas mit der Bahn hinzubekommen", sagte der Manager der Nagel-Group.

Seit der Reform der Bahn im Jahr 1994 sei das Gleisnetz um 20 Prozent geschrumpft und mehr als 6.000 Trassenkilometer zwischenzeitlich stillgelegt. Carsten Taucke fordert, dass die Bahn die Kapazitäten erhöht, die Gleisstrecken revitalisiert und insbesondere zuverlässig ist.

Der Unternehmer reagiert abwartend auf die Ankündigung von Sigrid Nikutta, neue Chefin im Vorstand der Güterbahn, jährlich die Ladung von 25 Millionen LKWs von der Straße auf die Schiene holen. Es bleibe abzuwarten, was am Ende von den Ankündigungen von Sigrid Nikutta eingelöst werden würde, erklärte Carsten Taucke.

 

Redaktion ad-hoc-news.de, Ever True Smile

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