Bitcoin, PayPal

Bitcoin und PayPal: Wird auch Deutschland bald integriert?

18.03.2022 - 14:56:47

Seit Oktober 2020 können Nutzer mit PayPal Bitcoin und andere Kryptowerte in den USA kaufen. Im vergangenen Jahr wurde dies auch in Großbritannien, und damit erstmals In Europa, integriert. Dieser Artikel beschäftigt sich mit der Frage, wann der Kauf von Bitcoins mit PayPal auch in Deutschland implementiert wird.

  • Können Kryptowährungen bald auch in Deutschland über PayPal gehandelt werden?  - Foto: Unsplash.com © André François McKenzie

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  • PayPal besitzt international eine große Reichweite, auch bei mobilen Nutzern.  - Foto: Unsplash.com © Rami Al-zayat

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Können Kryptowährungen bald auch in Deutschland über PayPal gehandelt werden?  - Foto: Unsplash.com © André François McKenziePayPal besitzt international eine große Reichweite, auch bei mobilen Nutzern.  - Foto: Unsplash.com © Rami Al-zayat

Seit vergangenem Jahr ist es Nutzern von PayPal nicht nur in den USA, sondern auch in Großbritannien – und damit erstmals in Europa – möglich, mit Bitcoin zu handeln. Für Verbraucher hierzulande stellt sich spätestens seit der Serviceausweitung nach Großbritannien die Frage, ob und wann Trader auch in Deutschland Bitcoins mit PayPal kaufen können.

Oder setzen sich gar andere Anbieter wie Cash App durch? Dieser ist in den USA gerade sehr erfolgreich, insbesondere das Geschäft mit Aktien und Kryptowährungen boomt. Abzuwarten bleibt, ob die Konkurrenz PayPal veranlasst, noch schneller den europäischen Markt anzugehen.

 

Nach USA und Großbritannien: PayPal zeigt weiteres Interesse am europäischen Markt

Seit Oktober 2020 können Nutzer mit PayPal Bitcoin und andere Kryptowerte in den USA kaufen. Der Online-Zahlungsdienstleister besitzt eine große Reichweite. Laut eigenen Angaben konnte PayPal im vierten Quartal 2021 eine aktive Nutzeranzahl von 426 Millionen ausweisen. Das macht eine prozentuale Zunahme von 13 Prozent im Vergleich zum Vorjahresquartal. Des Weiteren verzeichnete das Unternehmen einen Umsatz im Jahr 2021 von über 25 Milliarden US-Dollar. Die Bedeutung auf dem internationalen Markt ist damit groß.

Durch die Möglichkeit, mit Kryptowährungen über PayPal zu handeln, reagiert zum einen das Unternehmen auf die Zunahme der Akzeptanz von Kryptowährungen und es besteht zum anderen das Potenzial, dass diese dadurch noch mehr an Bedeutung im internationalen Markt gewinnen. Das zeigte sich nach Einführung in den USA. Der Bitcoin-Kurs verteuerte sich Anfang letzten Jahres um mehr als 3 Prozent und erhielt somit einen Auftrieb.

Etwa ein Jahr später ist das Angebot nun auch in Europa möglich. Das Unternehmen startet im August 2021 in Großbritannien, wo Nutzer über PayPal mit Bitcoin, Ethereum, Bitcoin Cash oder Litecoin Geschäfte machen können.

Dabei erwartet britische Kunden von PayPal laut einem Artikel der Tagesschau folgendes Angebot:

  • Bereits ab einem Pfund kann begonnen werden, Bitcoin zu erwerben
  • Umrechnungskurse werden auf der PayPal-Webseite in Echtzeit angegeben
  • Es fallen Transaktions- und Umrechnungsgebühren an
  • Es entstehen keine Kosten durch das Halten von Kryptowährungen

PayPal gab Anfang Februar eine Unternehmensmitteilung heraus, in der das Unternehmen mitteilte, dass in Zukunft noch stärker auf Krypto- und Blockchain-Themen der Fokus gelegt wird. Wie konkret Projekte aussehen werden, gibt der Bezahldienstleister nicht bekannt. Allerdings hat der Vize-Krypto-Chef von PayPal, Jose Fernandez du Ponte, bestätigt, dass das Unternehmen an einem eigenen Stablecoin arbeite.

Fraglich bleibt hingegen, ob sich das Unternehmen in naher Zukunft auch auf den europäischen oder gar deutschen Markt ausweiten wird. Hier hält sich der Online-Bezahldienst sehr bedeckt und gibt lediglich an, dass eine Ausweitung der Kryptoangebote durchaus geplant sei.

Allerdings schläft die Konkurrenz nicht. Neben eToro, Kraken oder Coinbase als Kryptobörsen gibt es auch immer mehr sogenannte Neobanken. Diese bieten vor allem jungen Zielgruppen Giro-Konten ausschließlich online an. Meist werden hier Transaktionen nur über das Smartphone abgewickelt. Marktführer ist hier aktuell die Neobank N26, dessen Gründer der Integration von Kryptowährungen eine zentrale Bedeutung beimessen.

 

Konkurrenz durch Cash App könnte das Interesse an Deutschland beschleunigen

Auch wenn PayPal aktuell noch sehr zögerlich auf eine mögliche Marktausweitung der Krypto-Angebote in Europa reagiert, ist durch das Vorschnellen der Konkurrenz eine baldige Umsetzung eigentlich zu erwarten.

Der angekündigte Launch von Cash App auf dem europäischen Markt könnte zusätzlich eine Konkurrenzsituation auslösen, die dafür sorgen könnte, dass PayPal sein Interesse am europäischen Markt und insbesondere auch an Deutschland verstärkt.

Bei Cash App als mobiler Zahlungsdienst können Nutzer sich gegenseitig über eine mobile App (für iOS und Android) Geld überweisen. Was seine gesamten Nutzerzahlen betrifft, hält sich das Unternehmen Square, welches von Twitter-Chef Jack Dorsey geleitet wird, sehr zurück. Eine Pressemitteilung deutet aber daraufhin, dass mittlerweile mehr als 70 Millionen aktive Nutzer den mobilen Dienst verwenden.

2018 hat das Unternehmen das Angebot des Dienstes Cash App dahingehend erweitert, dass auch das Handeln mit Bitcoin möglich ist. Mittlerweile handelt es sich bei Cash App um eine umfassende Finanz-App, die neben Mobile-Banking auch Peer-to-Peer-Zahlungen und Cashback-Funktionen möglich macht.

In den USA erlebt die App einen regelrechten Boom, nicht nur was die Download-Zahlen betrifft, sondern auch hinsichtlich Social-Media-Aktivitäten, beispielsweise durch die Kampagne “Cash App Friday”. Mittlerweile hat sich der Dienst auch dem Konkurrenten Venmo deutlich angenähert, welcher zu PayPal gehört. Der Verkauf von Bitcoin brachte 2020 einen Umsatz von über 4,5 Milliarden Dollar, sodass vor allem der Verkauf von Kryptowährungen für Cash App eine wichtige Einnahmequelle darstellt.

Das Unternehmen Square bereitet derzeit den Markteintritt in Europa und Deutschland vor. Wie ernst es das Unternehmen meint, ist beispielsweise an der Integration von Lightning in die App erkennbar, welche Anfang Februar vom Unternehmen angekündigt wurde. Damit soll den Nutzern der App eine kostengünstigere und schnellere Transaktion ermöglicht werden.

Der Fortschritt von Cash App könnte eine Art Wettrennen um den europäischen Markt auslösen. Spannend bleibt, wie Paypal auf die Marktgegebenheiten reagiert. Fakt ist: Die Konkurrenz ist stark und wird Wege finden, den europäischen Markt von seinen Angeboten zu überzeugen.

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