Wähler - Liberale Volksfeststimmung - Die bayerische FDP feiert sich selbstbewusst: Zeil: Wähler hat sachorientierten Wahlkampf belohnt Für Volksfeststimmung braucht die bayerische FDP am Wahlabend kein Oktoberfest: Der Applaus bei der Verkündung der ersten Hochrechnung lässt bei der Wahlparty im Münchner Hofbräukeller den Boden erbeben, man skandiert rhythmisch «fünfzehn, fünfzehn» und bejubelt mit «Oh, wie ist das schön» die Bundes- und Landespolitiker auf der Bühne.
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Strahlende Liberale feiern sich selbst: «Unser Grinsen ist im Vergleich zur Landtagswahl noch ein Stück größer geworden», sagt die Generalsekretärin der bayerischen Liberalen, Miriam Gruß, und demonstriert gleich das Selbstbewusstsein, das ein solches Wahlergebnis naturgemäß mit sich bringt: Mit den Worten «denen muss man jetzt nimmer so lang zuhören» lässt sie die TV-Übertragung aus der Berliner SPD-Zentrale stumm stellen, um selbst ihre Dankesworte an die Parteianhänger zu Gehör zu bringen.

Die fallen enthusiastisch aus: «Wir haben alles richtig gemacht», sagte Gruß. Das Wahlergebnis sei auch eine klare Bestätigung für die liberale Landespolitik in der Koalition mit der CSU: «Die Alleinregierung einer Partei ist in ganz weite Ferne gerückt.»

Der sachliche Wahlkampf sei das Erfolgsrezept seiner Partei gewesen, betont der Wirtschaftsminister und stellvertretende Ministerpräsident Martin Zeil und kann sich den Seitenhieb auf den Koalitionspartner in München, der deutlich an Stimmen verloren hat, nicht verkneifen. Ob er denn CSU-Chef Horst Seehofer für dessen heftige Angriffe während des Wahlkampfs nun im Nachhinein dankbar sei, wird er gefragt: «Der Wähler hat dazu seine klare Meinung geäußert und ich kann dem nur zustimmen.» Und später, in seinen Dankesworten an die Wahlkämpfer, fügt er hinzu: «Wir hatten mächtige Unterstützer, viele freiwillig, manche unfreiwillig.«

Doch Erfolge stimmen offenbar milde: Jetzt gehe es darum, wieder sachlich zusammenarbeiten, lautet der Tenor. »Wir haben Interesse an einer stabilen und gut arbeitenden Koalition«, sagt Wissenschaftsminister Wolfgang Heubisch.

Im Bund werde die Stimme der bayerischen FDP an Gewicht gewinnen, verspricht Wirtschaftsminister Zeil: »Wir werden eine der stärksten Landesgruppen sein.« Man habe gerade aus dem bayerischen Blickwinkel die «einmalige Chance», einen Politikwechsel auf Bundesebene herbeizuführen.

Satt ist man bei den bayerischen Liberalen dennoch offenbar nicht. Der wiedergewählte Münchner Bundestagsabgeordnete Daniel Volk gibt gleich das nächste Ziel aus: Jetzt könne man ja das Wahlergebnis der bayerischen SPD ins Visier nehmen.

München (ddp-bay)