Jena (ddp-lth). Ein Forschungsbericht über die Verstrickung des Arzneimittelproduzenten Jenapharm in das DDR-Dopingsystem verzögert sich weiter. Die ursprünglich für 2007 angekündigte Studie werde nun im Mai 2009 erscheinen, sagte Unternehmenssprecher Christian Koof dem MDR-«Thüringen Journal» am Montag. Es sei bedauerlich, dass der Veröffentlichungstermin immer wieder verschoben worden sei. Aber Jenapharm sei es wichtig, dass eine ordentliche, fundierte Studie veröffentlicht werde. Als Grund für die Verzögerungen habe der Verlag unter anderem Persönlichkeitsrechte genannt, die vor einer Veröffentlichung noch geklärt werden müssten, hieß es.

Jenapharm hatte im Juni 2005 Historiker der Jenaer Friedrich-Schiller-Universität mit dem Projekt «Unterstützende Mittel - Doping im Sportsystem der DDR und die Rolle der pharmazeutischen Industrie» beauftragt. Jenapharm finanzierte das auf zwei Jahre angelegte Forschungsprojekt mit 250 000 Euro. Zuvor waren immer wieder heftige Vorwürfe gegen das Unternehmen wegen seiner Verstrickung in das DDR-Dopingsystem erhoben worden. Jenapharm hatte zu DDR-Zeiten Oral-Turinabol produziert. Damit waren Spitzensportler systematisch gedopt worden.

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