Vereinigung - KV zieht sich aus Organisation der Schweinegrippeimpfung zurück: AOK: Vereinigung macht sich selbst überflüssig - Dreyer ruft zur Imfpung auf Die Kassenärztliche Vereinigung Rheinland-Pfalz (KV RLP) will sich nach dem Konflikt über die Kostenübernahme für die saisonale Grippeimpfung aus der Organisation der Schweinegrippeimpfung zurückziehen.
Vergrößern Vereinigung - KV zieht sich aus Organisation der Schweinegrippeimpfung zurück | Bild: ©

«Nach Gesprächen mit Experten ist die Strategie einiger Krankenkassen, die allgemeine Grippeimpfung nicht für alle Rheinland-Pfälzer zu übernehmen, fahrlässig und falsche Medizin», sagte der KV RLP-Vorsitzende Günther Gerhardt am Dienstag in Mainz. Der Vorstandsvorsitzende der dabei scharf kritisierten AOK, Walter Bockemühl, erklärte das Verhalten der KV RLP für «maßlos» und sagte, dass sich diese damit selbst überflüssig mache.

Hintergrund der Entscheidung der KV RLP war ein abschließendes Gespräch mit allen Krankenkassenverbänden zur Organisation der H1N1-Impfung in Rheinland-Pfalz am vergangenen Freitag, bei dem es auch um die Kostenübernahme für die normale Grippeimpfung ging. Dabei teilten die AOK, IKK, LKK sowie einzelne Betriebskrankenkassen mit, dass sie in diesem Jahr nicht die Impfkosten für alle Rheinland-Pfälzer übernehmen, wie es in den vergangenen Jahren üblich war. In diesem Jahr wollen die Kassen gemäß den Schutzimpfungsrichtlinien nur Risikopatienten die Impfung zahlen. Lediglich die Ersatzkassen und die Knappschaft sprachen sich für eine umfassende Impfung aus.

Für den KV RLP-Vorsitzenden ist es unverständlich, dass einige Krankenkassen gerade zu einem Zeitpunkt, an dem die Pandemie ausgerufen wurde, ihr bisheriges umfassendes Impfangebot in medizinisch «nicht zu vertretendem Umfang» einschränkten. Gesundheitsministerin Malu Dreyer (SPD) habe Verständnis für die Haltung der KV gezeigt, doch kein Verständnis für die Entscheidung, sich aus der Organisation zur Schweinegrippeimpfung zurückzuziehen, sagte Gerhardt. Der organisatorische Anteil der KV RLP umfasse insbesondere die Abrechnung der Schweinegrippeimpfungen oder die Erarbeitung eines Ablaufplans. Die KV RLP wolle aber weiterhin die Mitglieder mit Informationen zur Durchführung der Impfung unterstützen.

Die AOK Rheinland-Pfalz wies die Kritik der KV RLP zurück. «Mit ihrem Verhalten überzieht die KV maßlos», sagte AOK-Chef Bockemühl. Damit beweise die KV, dass sie für wichtige Aufgaben im Gesundheitswesen nicht mehr benötigt werde. Die AOK werde ihre eigenen Vertragsärzte anschreiben, um sie für die Schweinegrippeimpfung zu gewinnen. Das Impfhonorar werde dabei zeitnah abgerechnet, ohne dass es zu einem Verwaltungskostenabzug für die Ärzte komme.

Gesundheitsministerin Dreyer bedauerte, dass einige Krankenkassen in diesem Jahr die allgemeine Impfung nicht übernehmen. Sie forderte jedoch die Rheinland-Pfälzer auf, sich auch in diesem Jahr impfen zu lassen. Versicherte, die nicht zur Risikogruppe gehörten, sollten sich mit ihrer Krankenkasse in Verbindung setzen. Einige Kassen hätten bereits ihre Bereitschaft zur Kostenübernahme für all ihre Versicherten erklärt.

Mainz/Eisenberg (ddp-rps)