Frankfurt (Oder) (ddp-lbg). Das deutsch-polnische Verbraucherinformationszentrum in Frankfurt (Oder) weitet seine Arbeit mit EU-Mitteln deutlich aus. «Wir bieten künftig eine echte grenzübergreifende Verbraucherberatung an», sagte dessen Leiterin Katarzyna Trietz am Mittwoch zum Start eines neuen Projekts, das den Namen «Konsument» trägt. Deutsche und polnische Verbraucher könnten sich künftig beiderseits der Grenze beraten lassen. Dazu seien neben der Hauptberatungsstelle in Frankfurt künftig zwei von der polnischen Verbraucherorganisation Federacja Konsumentow betreute Zweigstellen in Gorzow (Landsberg) und Zielona Gora (Grünberg) geplant.

Künftig werde das unweit der Stadtbrücke gelegene Frankfurter Verbraucherzentrum nicht mehr nur Deutsche, sondern auch Polen zum Verbraucherrecht beraten, sagte Trietz. Bisher seien nur selten Polen in die im Herbst 2006 eröffnete Beratungsstelle gekommen, die unter anderem Fragen zum Reiserecht hatten. Deutsche Verbraucher würden dagegen neben Reklamationen beim Einkauf in Polen vor allem wegen Handwerker- und Gesundheitsdienstleistungen im Nachbarland anfragen. Sie denke, dass künftig auch mehr Nachfragen zum Internetkauf kämen, sagte Trietz.

Im Juni hatten die bisher zwei Mitarbeiter des Frankfurter Büros nach ihren Angaben 27 Verbraucher beraten und 54 - teils telefonische - Anfragen beantwortet. Komplizierte Anfragen könnten auch an die polnische Seite weitergeleitet werden. Das neue, bis Ende 2011 laufende grenzübergreifende Projekt «Konsument» in einem Gesamtumfang von voraussichtlich rund 750 000 Euro werde zu 85 Prozent aus dem neuen Interreg-IV-Topf der EU gefördert. Die Federführung für das Projekt habe die Verbraucherzentrale Brandenburg.

Alle drei Büros würden personell aufgestockt und mit zweisprachigem Personal, hauptsächlich Juristen, besetzt, um Verbraucher aus beiden Ländern beraten zu können. «Aber wir denken, dass auch weiterhin Deutsche vorrangig in Frankfurt und Polen in den polnischen Büros anfragen werden», sagte Trietz und fügte an: «Wir beraten aber nicht nur, sondern wollen Verbraucher auch vorbeugend aufklären.» So gebe es Vorträge in Schulen und anderen Bildungseinrichtungen sowie Messebesuche.

Im Laufe des neuen Förderprojekts seien zudem zwei internationale Workshops zur Beratung von Unternehmern und zur Verbraucherschutzpolitik geplant. Zudem wolle die deutsch-polnische Verbraucherberatung Publikationen herausgeben. Angedacht seien etwa Ratgeber zum Neuwagenkauf für Deutsche in Polen und zum Gebrauchtwagenkauf für polnische Bürger in der Bundesrepublik.

Das deutsch-polnische Verbraucherinformationszentrum in der Frankfurter Karl-Marx-Straße 7 hat dienstags und donnerstags von 10.00 bis 13.00 Uhr sowie von 14.00 bis 18.00 Uhr geöffnet.

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