SchĂŒtze, US-Uni

Einen Tag nach dem Schusswaffenangriff an einer UniversitĂ€t in Las Vegas legt die Polizei Details ĂŒber den mutmaßlichen TĂ€ter offen: Der Mann hatte es auf Mitarbeiter der Hochschule abgesehen.

08.12.2023 - 03:35:57

SchĂŒtze an US-Uni hatte sich vergeblich um Jobs beworben

Der mutmaßliche SchĂŒtze der tödlichen Attacke an einer UniversitĂ€t in der US-Stadt Las Vegas hatte sich nach Polizeiangaben zuvor vergeblich an mehreren Hochschulen um einen Job beworben. «Wir lernen immer noch viel ĂŒber diesen VerdĂ€chtigen und versuchen immer noch, sein Motiv zu verstehen», sagte Sheriff Kevin McMahill von der Polizei in Las Vegas.

«Wir wissen, dass er sich viele Male bei mehreren Hochschulen in Nevada beworben hat und jedes Mal abgelehnt wurde.» Es handele sich um einen 67-JĂ€hrigen. Polizisten hĂ€tten den SchĂŒtzen noch am Tatort erschossen. Der Mann hatte zuvor drei Menschen getötet. Laut Polizei waren alle Todesopfer Dozenten der Uni. Ein weiterer Dozent sei verletzt worden und werde noch im Krankenhaus behandelt.

Las Vegas liegt im US-Staat Nevada und ist fĂŒr seine Casinos bekannt. McMahill sagte, der VerdĂ€chtige habe eine Liste mit Personen gehabt, nach denen er auf dem Uni-Campus gesucht habe, ebenso Dozenten an einer anderen Hochschule. «Wir wissen auch, dass der VerdĂ€chtige in finanziellen Schwierigkeiten war.» Bei einer Durchsuchung seiner Wohnung hĂ€tten Ermittler einen RĂ€umungsbeschluss an der EingangstĂŒr gefunden. Außerdem sei dort eine Art Testament hinterlegt gewesen.

Studenten waren offenbar nicht Ziel der Attacke

Am Morgen vor der Tat habe der Mann eine Postfiliale aufgesucht und 22 Briefe ohne Absender an verschiedene UniversitĂ€tsmitarbeiter im ganzen Land verschickt, sagte McMahill weiter. «Der erste Brief, den wir öffneten, enthielt eine unbekannte weiße Pulversubstanz.» Die UmschlĂ€ge wĂŒrden derzeit noch untersucht. Der Sheriff rief zu Vorsicht auf, falls weitere Mitarbeiter aus dem Bildungsbereich Briefe ohne Absender erhielten.

McMahill teilte mit, der SchĂŒtze habe mit einer Handfeuerwaffe um sich geschossen und elf Magazine mit zum Tatort gebracht. Er habe die Waffe 2022 auf legalem Weg erworben. Die UniversitĂ€t betonte, Studenten der Hochschule seien nicht Ziel der Attacke gewesen.

In den USA gehören AmoklĂ€ufe und tödliche Schießereien auf traurige Weise zum Alltag. Schusswaffen sind dort leicht erhĂ€ltlich und massenhaft im Umlauf. RegelmĂ€ĂŸig erschĂŒttern tödliche Attacken mit vielen Opfern das Land - etwa an Schulen, in SupermĂ€rkten, Nachtclubs oder bei großen Veranstaltungen. Forderungen nach schĂ€rferen Waffengesetzen laufen regelmĂ€ĂŸig ins Leere.

@ dpa.de