Autobahn 94, Waldkraiburg

Beim Versuch, sich einer Polizeikontrolle zu entziehen, kommt ein völlig überfülltes mutmaßliches Schleuserfahrzeug am frühen Morgen von der Straße ab und überschlägt sich.

13.10.2023 - 07:49:54

Sieben Tote bei Unfall - Polizei vermutet Schleuserfahrzeug

  • Auf der A94 kam es zu einem schweren Verkehrsunfall (Symbolbild). - Foto: David Inderlied/dpa

    David Inderlied/dpa

  • Rettungskräfte und Polizisten im Einsatz. - Foto: Sven Hoppe/dpa

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  • Rettungskräfte und Polizisten am umgestürzten Fahrzeug. Beim Unfall sind sieben Menschen gestorben und mehrere schwer verletzt worden. - Foto: Sven Hoppe/dpa

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Auf der A94 kam es zu einem schweren Verkehrsunfall (Symbolbild). - Foto: David Inderlied/dpaRettungskräfte und Polizisten im Einsatz. - Foto: Sven Hoppe/dpaRettungskräfte und Polizisten am umgestürzten Fahrzeug. Beim Unfall sind sieben Menschen gestorben und mehrere schwer verletzt worden. - Foto: Sven Hoppe/dpa

Beim Unfall eines mutmaßlichen Schleuserfahrzeugs auf der Autobahn 94 in Bayern sind sieben Menschen gestorben und mehrere schwer verletzt worden. Der mit mehr als 20 Personen völlig überfüllte Transporter war beim Versuch, einer Polizeikontrolle davonzufahren, von der Straße abgekommen und hatte sich überschlagen, wie die Polizei mitteilte.

Unter den Todesopfern sei auch ein sechs Jahre altes Kind. 23 Insassen hätten sich in dem Auto befunden, das für neun ausgelegt sei. Bei ihnen handle es sich um Syrer und Türken, der Fahrer sei ein staatenloser Mann aus Österreich.

Das Auto hat sich überschlagen

Das Fahrzeug sei in Höhe der Anschlussstelle Ampfing/Waldkraiburg von der Fahrbahn abgekommen und habe sich überschlagen. Das Auto sei zuvor der Bundespolizei auf der A94 aufgefallen, die es habe anhalten wollen. Der Fahrer habe daraufhin stark beschleunigt und sich einer Kontrolle entzogen. Er ist laut Polizei wahrscheinlich nicht unter den Toten.

Zur hohen Zahl an Toten und Verletzten dürfte laut Polizei auch die Überfüllung des Autos beigetragen haben. Viele der Insassen hätten daher gar nicht angeschnallt sein können. Die Herkunft der Betroffenen war zunächst unklar. Man sei noch dabei, die Personalien aller Beteiligten festzustellen, hieß es von der Polizei.

Zahlreiche Rettungsdienste und die Feuerwehr waren am Morgen vor Ort. Auch Rettungshubschrauber waren im Einsatz. Die Fahrbahn in Richtung München wurde komplett gesperrt. Die Staatsanwaltschaft übernahm die Ermittlungen wegen eines möglichen Tötungsdelikts. Zuerst hatte das Portal «rosenheim24.de» über den Unfall berichtet.

A94 gilt als Schleuserroute

Der Unfallort ist rund 50 Kilometer von der Grenze zu Österreich entfernt. Die Zahl illegaler Schleusungen ist nach Angaben der bayerischen Grenzpolizei massiv gestiegen. Sie stellte von Januar bis August 154 Schleuserfälle fest - das sind über 50 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum.

Die an der Grenze kontrollierende Bundespolizei veröffentlicht mehrmals die Woche Pressemitteilungen von Schleuserfällen, alleine für den Montag und Dienstag vergangener Woche berichtete die Behörde von neun Fällen, darunter auch der Unfall mit zwei Verletzten.

Nach Informationen von bayerischer Grenzpolizei und Bundespolizei gibt es im Freistaat seit März vermehrt sogenannte Großschleusungen mit Gruppen von mehr als zehn Personen. Das teilte das Innenministerium kürzlich mit. «Die Migranten werden dabei hauptsächlich in Lkw und Kleintransportern nach Bayern eingeschleust.» Alleine im August registrierten Bundespolizei und Polizei 66 Großschleusungen, in einer Woche im September waren es 28 Fälle.

@ dpa.de