Boulez, Bruckner

Stuttgart - SWR Symphonieorchester stellt sein Programm für die Spielzeit 2024 / 2025 vor.

07.05.2024 - 12:00:22

Boulez, Bruckner und Klänge aus dem Osten

Am 4. September 2024 feiert die Musikwelt den 200. Geburtstag von Anton Bruckner. Und so stehen die ersten Konzerte des SWR Symphonieorchesters zur Saison 2024/2025 ganz im Zeichen des österreichischen Sinfonikers, wenn am 12. und 13. September in Stuttgart bzw. am 15. September in Freiburg Pablo Heras-Casado Bruckners sechste Sinfonie und dessen Te Deum dirigieren wird. Ihm zur Seite steht mit Christina Landshamer, Sophie Harmsen, Daniel Behle und Franz-Josef Selig ein exquisites Solistenquartett, die Chorpartie gestalten gemeinsam das SWR Vokalensemble und der WDR Rundfunkchor. Bruckners einzigartige Bedeutung als Chorsinfoniker unterstreicht das SWR Symphonieorchester wenige Monate später mit der Aufführung der f-Moll-Messe - ebenfalls unter der Leitung von Pablo Heras-Casado.

Patricia Kopatchinskaja als Artistic Partner

Bereits in der Spielzeit 2020/2021 war Patricia Kopatchinskaja beim SWR Symphonieorchester als Artist in Residence zu Gast. Nun kehrt sie als Artistic Partner für zwei Spielzeiten zum Orchester zurück und lässt sich in dieser Funktion nicht bloß als international bekannte Spitzengeigerin hören, sondern wird zugleich mit eigenen Programmideen aktiver Teil der künstlerischen Planungen. Zwei Formate wurden von ihr konzipiert: Im Februar 2025 kombiniert sie mit Dmitrij Schostakowitschs erstem Violinkonzert und György Ligetis "Mysteries of the Macabre" zwei hochexpressive, doppelbödige Werke voll abgründigen Humors miteinander und tritt in beiden unter der Leitung von Ingo Metzmacher als Solistin auf. Für die "Linie 2"-Konzerte im November 2024 hat Kopatchinskaja ein "Peace Project" gestaltet, in dem die traditionellen Grenzen zwischen Bühne und Publikum verschwinden und das Konzert zu einer klingend inszenierten Realität werden soll. "Als ich von dem Kriegsausbruch in der Ukraine hörte und im Fernsehen sah, wie die Menschen sich in einem Bunker versteckt haben, wie sie mit ihrer Angst um ihr Leben umgegangen sind: Das hat mich erschüttert. Und ich fragte mich: Wie fühlt es sich eigentlich an, wenn man in so einem Unterschlupf gemeinsam sitzt? Welche Art von Musik - oder einfach: welche Klänge - hört man da? Woran denkt man in solch einer Situation? Diese Gedanken haben mich dazu bewogen, das 'Peace Project' zu entwickeln - im Gedenken an die Opfer dieses schrecklichen Krieges."

100 Jahre Pierre Boulez

Mit Pierre Boulez würdigt das SWR Symphonieorchester in der neuen Saison einen weiteren Jubilar. 100 Jahre wäre Boulez, der zeitlebens eine besonders enge Beziehung zum heutigen SWR pflegte, am 26. März 2025 geworden. Und so dirigiert François-Xavier Roth, der designierte Chefdirigent des SWR Symphonieorchesters, im Rahmen der Pfingstfestspiele Baden-Baden 2025 zwei Konzerte am Pult des SWR Symphonieorchesters, bei denen neben Werken von Anton Bruckner und Maurice Ravel Pierre Boulez' "Notations", "Cummings ist der Dichter" und "Figures - Doubles - Prismes" erklingen werden.

Klänge aus dem Osten

Jenseits der beiden Jubilare Bruckner und Boulez ziehen sich sinfonische Werke aus Osteuropa wie ein roter Faden durch die neue Saison des SWR Symphonieorchesters - wenngleich in ganz unterschiedlichen Kontexten. So liegen Anatoli Ljadows "Der verzauberte See", Josef Suks "Pohádka" (Märchen) und Antonín Dvoráks "Mittagshexe" jeweils fantastische Geschichten bzw. Märchen zu Grunde. Peter Tschaikowski hat sich hingegen für "Romeo und Julia" und "Francesca da Rimini" von großer Literatur inspirieren lassen. Aber auch aktuelle Zeitbezüge gehör(t)en zur (Ton)Sprache im musikalischen Osten: So griff Dmitrij Schostakowitsch in repressiven Zeiten des Stalinismus zur Chiffre wie bspw. in seiner vierten Sinfonie oder auch dem ersten Violinkonzert, in deren harten Kontrasten und musikalischer Zerrissenheit sich die damalige Unterdrückung widerspiegelt. Und schließlich spielte immer auch die Liebe zur Virtuosität in der osteuropäischen Musik eine prominente Rolle. Dafür stehen in der kommenden Saison u. a. Sergej Rachmaninows legendäres drittes Klavierkonzert wie auch Karol Szymanowskis Symphonie concertante, Alexander Skrjabins Klavierkonzert und Antonín Dvoráks Cellokonzert.

Gastkonzerte

Neben den traditionellen Auftritten bei den Donaueschinger Musiktagen, den Schwetzinger SWR Festspielen und dem Stuttgarter ECLAT Festival gastiert das SWR Symphonieorchester in der Saison 2024/2025 mit gleich drei unterschiedlichen Programmen in der Hamburger Elbphilharmonie, zudem im Konzerthaus Berlin, dem Konzerthaus Dortmund und der Kölner Philharmonie. Mit Konzerten in Mainz, Wiesloch, Villingen-Schwenningen, Karlsruhe und Heilbronn zeigt es sich aber auch verstärkt im Sendegebiet des SWR.

Kompositionswerkstatt

Seit ­einigen Jahren lädt das SWR Symphonieorchester junge Kompositionstalente zu einem Meisterkurs Orchesterkomposition ein, der in der kommenden Saison vom 28. April bis 1. Mai 2025 in der Musikhochschule Freiburg stattfinden wird. Im Mittelpunkt des Meisterkurses steht die Idee des Labors. Im lebendigen Austausch zwischen Komonist:innen, Dirigent:in, Mentor:innen und Orchestermitgliedern werden Partituren der jungen Komponist:innen intensiv geprobt, diskutiert und zur Aufführungsreife gebracht. Die detaillierte Ausschreibung findet sich ab dem 1. Juli 2024 auf SWR.de/so.

Kartenvorverkauf

Abonnements für die Abonnementkonzerte des SWR Symphonieorchesters in Stuttgart, Freiburg und Mannheim können ab sofort erworben werden. Der Einzelkartenverkauf für die Abonnementkonzerte beginnt am 1. Juli 2024. Tickets für alle übrigen eigenveranstalteten Konzerte des SWR Symphonieorchesters sind ebenfalls ab sofort erhältlich.

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76530 Baden-Baden

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SWR.de/so

Die Konzertabende - vor Ort, im Hörfunk und in kostenlosen Videostreams

Zu erleben ist das SWR Symphonieorchester nicht nur im Konzert und in persönlichen

Begegnungen, sondern auch in SWR Kultur sowie bei kostenlosen Videostreams auf SWR.de/so.

Pressekontakt SWR: Matthias Claudi, Tel. 0711 929 12219

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