Berlin (ddp-bln). Die SPD-Fraktion lehnt den Vorstoß zur Zerschlagung und Teilprivatisierung der Charité ab. Die Vorschläge des Präsidenten der Freien Universität (FU) Berlin, Dieter Lenzen, seien absurd und leisteten keinen Beitrag dazu, die strukturellen Herausforderungen der Charité zu lösen, sagte der SPD-Wissenschaftsexperte Lars Oberg am Montag. Lenzen hatte angeregt, das Universitätsklinikums Benjamin Franklin (UKBF) in Steglitz mit einem privaten Investor und der FU zu betreiben sowie Charité-Standorte in Mitte oder Wedding aufzugeben.

Es wäre unverantwortlich, die Charité zu zerschlagen und ihrer Funktionalität zu berauben, betonte der SPD-Politiker. Eine Schließung der Standorte in Mitte oder Wedding bei gleichzeitiger Teilprivatisierung des UKBF würde die «wissenschaftliche Leistungsfähigkeit und Exzellenz der Charité ruinieren». Damit verlöre Berlin eine seiner bedeutendsten wissenschaftlichen Einrichtungen. Aus dem Infragestellen aller Standorte mit Ausnahme der ehemaligen FU-Klinik in Steglitz spreche bei Lenzen zudem «ein Egoismus, dem eine verantwortliche Wissenschaftspolitik, die ganz Berlin im Blick hat, eine deutliche Absage erteilen muss».

Absurd mute der Vorschlag einer Teilprivatisierung des UKBF an, sagte Oberg. Eine solche Kooperation sei «extrem anfällig für die Quersubventionierung des privaten Klinikbetreibers zulasten des Landes Berlin». Die SPD stehe grundsätzlich für die Privatisierung von Universitäten oder ihrer zentralen Einrichtungen nicht zur Verfügung.

(ddp)