Straubhaar wandte sich zugleich gegen das Argument, dass durch höhere Löhne der Konsum und damit das Wirtschaftswachstum angekurbelt werden könnte. Dies funktioniere «in der Wirklichkeit nicht so». Der HWWI-Direktor fügte hinzu: «Dass im Gegenteil hohe Löhne zunächst einmal hohe Kosten und damit eine sinkende Wettbewerbsfähigkeit deutscher Unternehmen bedeuten, ist die eher wahrscheinliche Kausalität.»

Straubhaar verwies ferner darauf, dass die Inflation im nächsten Jahr «vergleichsweise bescheiden bleiben wird». Er betonte: «In der Summe ist es wohl so, dass angesichts der riesigen konjunkturellen, mancherorts auch strukturellen Probleme, der großen Überkapazitäten, der verdeckten Arbeitslosigkeit und Kurzarbeit, der steigenden stillen Reserven von Menschen, die jetzt mehr arbeiten möchten, aber nicht können, dass es da sehr schwierig sein wird, in der Fläche und für alle über Tarifverhandlungen höhere Löhne durchzusetzen.»

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