Staatsanwaltschaft - Ermittlungen gegen Verursacher der Legionellen-Infektion: Im Falle der Serieninfektionen durch Legionellen in Ulm wird nun die Staatsanwaltschaft aktiv. Das bereits seit Wochen laufende Vorermittlungsverfahren werde nach dem Fund der Infektionsursache in ein förmliches Ermittlungsverfahren übergeleitet, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft der ddp am Donnerstag in Ulm.
Vergrößern Staatsanwaltschaft - Ermittlungen gegen Verursacher der Legionellen-Infektion | Bild: ©

Wissenschaftler des nationalen Referenzlabors für Legionellen an der Technischen Universität Dresden hatten als Infektionsquelle der Legionellen-Serienerkrankung eine größere Klimaanlage auf dem Dach einer Firma ausgemacht. Das Unternehmen habe bislang dazu keine Stellungnahme abgegeben.

Das Verfahren könne sich nur gegen Personen richten, die für die betroffene Kühlanlage verantwortlich seien, erläuterte der Sprecher. Es müsse nun anhand von Gutachten geklärt werden, ob ein schuldhaftes Versagen vorliege und ob die Infektion hätte verhindert werden können. Dazu müsse untersucht werden, ob die Nasskühlanlage ordnungsgemäß gereinigt worden sei. Diese soll Medienberichten zufolge erst vor wenigen Monaten auf dem Dach des Gebäudes installiert worden sein.

Eine Gefahr geht nach den Worten des Ulmer Oberbürgermeisters Ivo Gönner (SPD) von der Anlage nicht mehr aus. Sie sei stillgelegt worden und dürfe erst nach einer sachgemäßen Desinfektion wieder angefahren werden.

Die Prüfgesellschaft DEKRA wies indes anlässlich der Ulmer Infektionswelle auf die Notwendigkeit hin, Klimaanlagen regelmäßig zu warten. Legionellen würden sich unter «günstigen Bedingungen in stehendem Wasser bei 20 bis 45 Grad Celsius schnell vermehren», hieß es in einer Erklärung vom Donnerstag. Infektionsgefahr bestehe immer dann, wenn legionellenhaltiges Wasser als Tröpfchen in die Atemluft gelange. Regelmäßig sei daher eine Hygieneinspektion erforderlich, da für Laien eine Infektionsgefahr von außen nicht erkennbar sei.

Ulm (ddp-bwb)