Spiel - Münchner Unternehmen bringt Kartenspiel zum Jakobsweg heraus: Das Spiel zum Heiligen Pilgerjahr - Für lange Abende in Herbergen Pünktlich zum erwarteten Pilgerboom auf dem Jakobsweg anlässlich des Heiligen Compostelanischen Jahrs 2010 ist jetzt das passende Spiel für das Wandergepäck erhältlich: Die Münchner Innospiel GmbH hat «El Peregrino - Das Kartenspiel» entwickelt.
Vergrößern Spiel - Münchner Unternehmen bringt Kartenspiel zum Jakobsweg heraus | Bild: ©

Es könne zwar auch zur Vorbereitung auf den «Camino» dienen, die «Grundidee» sei aber, «dass man die Karten beim Pilgern mitnehmen kann», erläutert Projektleiterin Silke Lechner.

Die Heiligen Compostelanischen Jahre locken traditionell besonders viele Pilger über die Jakobswege nach Santiago de Compostela. So waren zuletzt 2004 fast 180 000 Pilger gezählt worden, 2010 dürfte erstmals die Zahl von 200 000 überschritten werden. Gefeiert wird das Heilige Jahr immer dann, wenn der Festtag des Heiligen Jakobus (25. Juli) auf einen Sonntag fällt. Nach katholischem Verständnis können Pilger, die in diesem Jahr die Kathedrale von Santiago besuchen, unter bestimmten Voraussetzungen besondere Gnaden empfangen.

Angesichts des anhaltenden Pilgeransturms, der auch durch die Jakobsweg-Bücher von Paulo Coelho und Hape Kerkeling mit angestoßen wurde, hat die Münchner Innospiel GmbH nun bereits das zweite Spiel zum «Camino» entwickelt: Seit Sommer 2007 gibt es das aufwendige Brettspiel «El Peregrino», nun folgen die Karten. Das Brettspiel sei wegen seiner Größe für unterwegs nicht geeignet, sagt Lechner. «Wir wollten daher schon immer ein ´To Go´ machen.» Lechner spekuliert darauf, dass Pilger die Karten mit in den Rucksack packen und an langen Abenden in den Herbergen spielen könnten.

Wie beim Brettspiel enthalten auch die Karten jede Menge Wissensfragen rund um den Jakobsweg, Spanien und das Pilgern an sich: Die Spieler müssen beantworten, was Pflaster auf Spanisch heißt (Tirita), den höchsten Berg der Pyrenäen (Pico Aneto) nennen, dem Baubeginn der Kathedrale von Santiago (1078) erraten, den Namen des Pilgerbuchs von Paulo Coelho («Auf dem Jakobsweg») kennen oder eine Frage zum Stiertreiben von Pamplona beantworten.

Auf jeder Karte befindet sich neben drei Wissensfragen immer auch eine Aufgabe: Es gilt spontan einen Pilgerwitz zu erzählen, zum Schutz vor schnarchenden Pilgern in der Herberge provisorische Ohrstöpsel zu basteln, ein Pilger-Gedicht zu verfassen, eine Kostprobe der eigenen Flamenco-Künste zu geben oder einen umgekippten Pilger in die stabile Seitenlage zu legen.

Die Wissensfragen wurden aus dem Brettspiel übernommen, die Aktionen dachte sich Lechner zusammen mit Freunden «bei einem guten Rotwein» auf ihrem Balkon aus. Neben Wissen und Spontaneität ist aber auch strategisches Denken der Spieler gefragt - es gilt, durch das Sammeln von Karten alle nötigen Etappen für eine durchgehende Pilgerreise zusammenzubekommen. «Man muss auch abwägen und ein bisschen nachdenken», sagt die Projektleiterin.

München/Grafing (ddp-bay)