Sparkasse Nürnberg verbucht Kundenansturm und Ergebniswachstum: Die Sparkasse Nürnberg profitiert von der Vertrauenskrise bei Geschäftsbanken. Das täglich verfügbare Guthaben der 244 000 Privatkunden habe sich «auf 2,34 Milliarden Euro nahezu verdoppelt», sagte der Vize-Vorstandschef von Bayerns zweitgrößter Sparkasse, Werner Dumberger, am Montag bei der Bilanz-Pressekonferenz des Instituts.
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Die Summe auf den Sparkonten der Kunden kletterte um über 42 Prozent auf 2,8 Milliarden Euro. Vorstandschef Matthias Everding sagte: «Viele Kunden haben darüber nachgedacht, ob ihre Bankverbindung noch die richtige ist.» Insgesamt gibt es 3000 neue Girokontokunden bei der Nürnberger Sparkasse. Everding sieht sein Haus als Gewinner nach der Krise.

Die bundesweit steigende Zahl der Privatinsolvenzen in Jahr 2009 sei als «Tendenz erkennbar, aber wir hoffen, es wird nicht schlimmer», betonte Dumberger. Genauere Zahlen zu geplatzten Finanzierungen bei Privatkunden wollte das Institut nicht machen.

Nach der Insolvenz des einstigen Versandriesen Quelle im vergangenen Herbst habe man zwar die Kundendaten entsprechend überprüft. «Es gibt aber auch bei den ehemaligen Quelle-Mitarbeitern keine besonderen Kontoauffälligkeiten.» In Summe liege die Kreditrisikovorsorge für Firmen und Privatkunden «unter dem langfristigen Durchschnitt von 20 Millionen Euro», sagte Everding.

Die Sparkasse Nürnberg, die nach eigenen Angaben zu den 15 größten der 430 deutschen Sparkassen gehört, wies für 2009 eine Bilanzsumme von rund 9 Milliarden Euro (+ 2,7 Prozent) aus. Dank geringerer Kosten stieg der Jahresüberschuss auf 16,6 Millionen Euro (+ 60 Prozent).

Die Krise bei der Bayerischen Landesbank schlägt laut Everding als «Zins- und Dividendenausfall aus der Beteiligung mit 8 Millionen Euro zu Buche». Außerdem falle eine Wertminderung für die stillen Einlagen in Höhe von 9,8 Millionen Euro an. «Ob da noch etwas kommt oder nicht, vermag ich nicht zu beurteilen», unterstrich der Vorstandschef.

Im laufenden Jahr sei man in den ersten beiden Monaten gut gestartet. Das Einlagengeschäft mit Privatpersonen liege im Plus. Man rechne für 2010 wieder «mit einem guten Ergebnis im operativen Geschäft», sagte Everding. Er bekräftigte erneut auch sein Interesse, die bayerische Landesbausparkasse LBS gemeinsam mit den anderen bayerischen Sparkassen zu übernehmen. «Wir haben ein verbrieftes Vorkaufsrecht.»

Nürnberg (ddp-bay)