«Tut mir Leid, etwas anderes kann und will ich nicht», sagte Joss Stone im Gespräch mit der Nachrichtenagentur ddp in Köln. Was aber nun eigentlich Soulmusik ausmacht, vermag sie auch nicht zu sagen: «Für mich ist jede Musik, die von der Seele kommt und die deine Seele erreicht, Soul».
Im Jahr 2003 debütierte Joss Stone als 16-Jährige mit Cover-Versionen von weitgehend unbekannten Soul-Stücken. Das Album erreicht in Deutschland Platz vier der Charts und Gold-Status. Auch die beiden Nachfolge-Alben mit inzwischen selbst geschriebenen Stücken kamen in Deutschland in die Top Ten, weltweit hat die Joss Stone inzwischen über acht Millionen Album-CDs verkauft.
Diese Erfolgsgeschichte soll nun mit «Colour Me Free» fortgesetzt werden, hofft die junge Frau, die eigentlich Joscelyn Eve Stoker heißt. Auch wenn bei diesem Album alles anders war: «Eines Morgens wachte ich auf und dachte mir, hey, lasst uns eine CD machen. Und zwar jetzt gleich». Es gab weder Songs, noch ein Konzept, prompt waren die Band und Stones musikalische Weggefährten entsetzt. Doch nur innerhalb weniger Stunden war die erforderliche Technik im Musikclub von Joss Stones Mutter in Devon geschafft: «Ich habe gesagt, lasst uns einfach anfangen und abwarten, was passiert.»
Diese Jam-Session habe unheimlich Spaß gemacht - und das Konzept ging auf: «80 Prozent des Albums haben wir in einer Woche eingespielt. Von den meisten Stücken gibt es höchstens vier Versionen. Naja, und meist haben wir dann sowieso die erste genommen.» Vielleicht klingt «Colour Me Free» gerade deshalb so energiegeladen und frisch. Auch hat Joss Stone erkennbar ihrer markanten Stimme gearbeitet, die weniger denn je den Vergleich mit traditionellen schwarzamerikanischen Soul-Divas scheuen muss.
Schon früh in ihrer noch jungen Karriere hatte Joss Stone mit Größen wie Robbie Williams, Stevie Wonder oder Johnny Hallyday auf der Bühne gestanden hat. Entsprechend illustrer sind die Gaststars, die sie für »Colour me Free« gewonnen hat. Gitarrenlegende Jeff Beck, inzwischen immerhin schon 65 Jahre alt, unterstützt sie beim Stück «Parallel Lines», ebenso wie die frühere Prince-Muse Sheila E. Auch Saxophonist Dave Sanborn und der Rapper Nas stehen auf der Gästeliste von Joss Stone.
Um Prominenz und große Namen geht es ihr dabei allerdings nicht, stellt die Musikerin klar, die im Interview so großzügig das schlimme »F-Wort« verwendet: «Ich will mit Leuten zusammen arbeiten, denen es um echte und authentische Musik geht, Musik, die bewegt.»
Schließlich hatten Janis Joplin oder Jimmy Hendrix auch keine Musik-Computer zu Verfügung gehabt, erklärt sie, um gleich mit den Star-Mechanismen der Musikbranche abzurechnen: «Da sagt man schnell: Hey, Du bist jung, Du siehst gut aus, Du kannst tanzen, wir machen mit Dir eine Album. Um den Gesang kümmert sich schon der Computer.»
Ein Sündenfall mit vorhersehbaren Folgen - für die Sänger und die Fans:« Wenn man Leute mit Mist füttert, was soll dann rauskommen - natürlich auch nur Mist». Die junge Frau, die so gerne barfuss auftritt, verfolgt ein anderes Ziel: «Ich will, dass Musik Emotionen schafft. Liebe, Intensität und Emotionen.»
Köln (ddp)


























