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FRANKFURT (DEUTSCHE-BOERSE AG) - 3 Juli 2015 Griechenland und seine unsichere Zukunft bleibt vorherrschendes Thema im Rentenhandel

vor 14 Minuten veröffentlicht

Börse Frankfurt-News: Anleger halten die Füße still. Selbst nach der Wahl am Sonntag wird es nach Ansicht von Analysten wenig Klarheit geben.

Ein heißes Wochenende steht den Europäern bevor. Neben rekordverdächtigen Temperaturen kommt es zur Abstimmung der Griechen, vorausgesetzt die dortigen Gerichte geben heute den Weg dazu frei. "Vor dem Referendum am Sonntag ist allerorten Zurückhaltung angesagt", beschreibt die Helaba die Anlegerstimmung. Sollten sich die Griechen tatsächlich gegen die Reformpläne entscheiden, werde ein Ausstieg aus dem Euro wahrscheinlicher. Das erhöhe das Sicherheitsbedürfnis der Investoren, was kurzlaufenden Bundesschatzanweisungen zu Gute käme. "Trotz tiefroter Renditen müssen diese als Parkposition übers Wochenende herhalten."Nach Ansicht von Robert Halver scheitert der Euro übrigens nicht, sollten die Griechen austreten. "Denn die Euro-Kette wird nicht schwächer, wenn das schwächste Glied entfernt wird", begründet der Analyst der Baader Bank. "Nur wenn weiter undisziplinierte Verstöße gegen Stabilitätsregeln geduldet werden, hat die Eurozone längerfristig keine Chance.""Größtenteils gehen Anleger wohl davon aus, dass das Land "irgendwie" in der Eurozone bleibt", beobachtet Sabine Tillmann von der Hellwig Wertpapierhandelsbank. "Allgemein dominiert vor dem Urnengang zwar die Vorsicht." Panik herrsche aber nicht. Privatanleger reagierten besonnen. Abgaben in größerem Maße seien ausgeblieben.Sommerlich ruhigDas Geschäft mit Unternehmensanleihen bezeichnet Gregor Daniel als eher gemächlich. "Anleger sind wie benommen", berichtet der Händler der Walter Ludwig Wertpapierhandelsgesellschaft. Im gegenwärtigen Umfeld lehnten sich Investoren verständlicherweise nicht zu weit aus dem Fenster. Selbst Meldungen, wie die Streichung der Kohleabgabe im Rahmen der Energiewendeanpassungen zeigten kaum Wirkung. Diese für Versorger positive Entscheidung würde in regulären Zeiten mehr Bewegung bei entsprechenden Bonds von RWE (WKN A14KAB) oder Eon auslösen. "Am Montag werden wir auch nicht viel schlauer sein", ist Daniel überzeugt.Bankwerte unter DruckDas vorübergehende Aus der Verhandlungen zwischen Griechenland und seinen Geldgebern hat nicht nur den Bankaktien in dieser Woche zugesetzt. "Insbesondere nachrangige Bankanleihen sind dadurch in schweres Fahrwasser geraten", registriert Tillmann. "Teilweise gab es für diese Werte im OTC-Handel nur stark ermäßigte oder gar keine Geldkurse." Mittlerweile habe sich die Situation wieder etwas entspannt.Anleihemärkte bleiben anfälligMit Blick auf das zweite Halbjahr rechnet Robert Halver von der Baader Bank eher mit einem "Weiter so" an den Rentenmärkten. Als Konsequenz der geldpolitischen Druckbetankung und dem damit einhergehenden Anlagenotstand sei zwar die größte Anleihen-Überhitzung aller Zeiten entstanden. Ein Platzen der Blase würden die Notenbanken aber nicht zulassen. Das Anlegervertrauen in die Macht der Europäischen Zentralbank, bei einem Grexit einen Dominoeffekt auf andere Euroländer verhindern zu können sei groß. Das erkenne der Händler an den Bonds südeuropäischer Länder. Der Renditeanstieg italienischer, spanischer und portugiesischer Staatsanleihen halte sich in Grenzen. "Allerdings wird die Volatilität an den Anleihemärkten aufgrund der mittlerweile über drei Jahrzehnte andauernden Rentenhausse und des erreichten Niedrigzinsniveaus zunehmen", prognostiziert Halver.Spareinlagen national sichernDiskussionen über eine gemeinsame Einlagensicherung mit gegenseitiger Haftung stoßen bei den Bürgern Europas vermutlich derzeit auf wenig Gegenliebe, wie Klaus Stopp denkt. Der Rentenexperte der Baader Bank rät dazu, den Sparerschutz lieber auf Basis leistungsfähiger nationaler Einlagen- und Institutssicherungssysteme zu gewährleisten. "Eine Bereitschaft der Menschen zum Sparen besteht schließlich nur, wenn die Sicherheit der Spareinlagen ohne jeden Zweifel gegeben ist." Im Übrigen hätte aus Stopps Sicht eher in den anderen Staaten Europas ein Referendum abgehalten werden müssen. Dann könne die Bevölkerung Europas entscheiden. "Es ist anzunehmen, dass das Ergebnis in Griechenland nicht gerade für Begeisterungsstürme sorgen würde."Von Iris Merker, Deutsche Börse AGSie können sich kostenlos für unseren täglichen Newsletter per E-Mail anmelden. Registrieren Sie sich bei www.boerse-frankfurt.de/newsletter.Laden Sie sich jetzt die neue Version der Börse Frankfurt-App für Android oder iOS herunter, bzw. aktualisieren Sie die Version auf Ihrem Smartphone. Die App bietet jetzt kostenlose Xetra-Preise in Realtime. Bis zu drei Titel können Sie in Ihre Watchlist aufnehmen. Außerdem: Broker-Buttons für den direkten Weg in Ihre Ordermaske, Watchlists ohne Anmeldung u.v.m.Unterstützen Sie uns bitte mit Ihrem Feedback - im App-Store oder direkt per Mail an uns.© 3. Juli 2015(Für den Inhalt der Kolumne ist allein Deutsche Börse AG verantwortlich. Die Beiträge sind keine Aufforderung zum Kauf und Verkauf von Wertpapieren oder anderen Vermögenswerten.)