Brühl (ddp.djn). Der neue Vorstandsvorsitzende von Renault Deutschland, Achim Schaible, rechnet damit, dass sein Unternehmen in diesem Jahr rund 140 000 Renault- und 50 000 Dacia-Fahrzeuge verkauft. Man sei mit einem recht kleinen Fahrzeugbestand ins Jahr 2009 gestartet und «von der enormen Nachfrage im Zusammenhang mit der Umweltprämie überrascht worden», sagte Schaible den ddp/Dow-Jones-Wirtschaftsnachrichten (ddp.djn) in Brühl: «Ende März hatten wir zwar mehr als 100 000 Kaufverträge für Renault- und Dacia-Fahrzeuge vorliegen, doch die Autos mussten noch produziert werden.» In den nächsten Monaten werde sich das auf die Zulassungszahlen auswirken und bis Juni das derzeitige Bild korrigieren.
Als feste Größe habe sich inzwischen die Marke Dacia entwickelt, erklärte Schaible, der seit 1. April der erste deutsche Vorstandsvorsitzende von Renault Deutschland ist. Der Erfolg der Marke sei überraschend gekommen: «Das war 2005, bei der Einführung des Modells Logan, so nicht zu erwarten.» Es gebe derzeit «einen Trend zu einfachen und ehrlichen Autos mit einem richtig guten Preis-Wert-Verhältnis». Entsprechend baue Dacia sein Angebot aus. «Im Herbst bieten wir nach der Logan Limousine, dem Kombi MCV, dem kompakten Sandero, einem Pickup und einem Lieferwagen noch ein SUV mit Allradantrieb an», kündigte er an.
Schaible sieht Renault «mit den aktuellen Modellen bestens aufgestellt». Das zeigten sowohl die jüngsten Ergebnisse der ADAC-Bewertung als auch die Reaktionen der Kunden. Anders sehe es bei der rollenden Renault-Flotte aus. Da sei die Qualität nicht so, wie sie sein sollte, und «wir müssen die in der Vergangenheit gemachten Fehler jetzt ausbügeln». Unter anderem mit Kulanzangeboten solle die Kundenzufriedenheit wieder hergestellt werden.
Die Geschäftserwartungen für das kommende Jahr sind für Schaible eine spannende Frage. Für 2009 reichten die Prognosen von 2,8 bis 3,2 Millionen verkauften Autos in Deutschland. Die Abwrackprämie habe «hier komplett neue Verhältnisse geschaffen». Jetzt würden für das laufenden Jahr 3,6 bis 3,8 Millionen Einheiten erwartet. Dieser Zuwachs von etwa 600 000 Fahrzeugen könne im kommenden Jahr rein mathematisch betrachtet fehlen. Allerdings hätten sich viele der jetzigen Neuwagenkäufer ohne Abwrackprämie nicht für ein neues Auto entschieden, sondern sich - wenn überhaupt - unter den Gebrauchten umgesehen. Diese Klientel werde den Markt 2010 nicht negativ beeinträchtigen.
Zudem machten die Autohändler derzeit anders als noch vor Jahresfrist vor allem Geschäfte mit Privatkunden. Flotten und Vermieter hielten sich eher zurück. Sie aber könnten 2010 dazu beitragen, dass die allgemein erhofften 2,7 Millionen Einheiten verkauft werden.
(ddp)





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