Berlin
Räumung - Studenten besetzen das FU-Gebäude
16.06.09 | 19:47 UhrNach Beginn der Räumung gehen sie friedlich - Sprecherin kritisiert «krassen Schritt»
Berlin (ddp-bln). Die Besetzung eines Gebäudes der Freien Universität (FU) in Berlin-Dahlem während des bundesweiten Bildungsstreiks ist am Dienstag doch noch friedlich zu Ende gegangen. Nachdem die Polizei bereits begonnen hatte, die Studenten aus dem Gebäude zu bringen, habe es einen erfolgreichen Vermittlungsversuch eines Wissenschaftlers gegeben, sagte ein Polizeisprecher. Daraufhin hätten die Besetzer das Gebäude verlassen. Es habe lediglich eine zeitweise Festnahme wegen Widerstandes gegen Vollstreckungsbeamte gegeben, fügte der Sprecher hinzu.
Polizisten hatten am späten Nachmittag mit der Räumung des Präsidiums der FU in der Kaiserswerther Straße begonnen. Der Polizeisprecher sprach von insgesamt etwa 240 beteiligten Protestierern. 200 Beamte seien im Einsatz gewesen. Die FU hatte angesichts der Besetzung Strafantrag wegen Hausfriedensbruchs gestellt, sagte der Polizeisprecher. Eine Sprecherin der Initiatoren des Protestes nannte es «einen Skandal und einen krassen Schritt» von der Universität, «sofort die Polizei zu rufen». Die Polizei war zunächst davon ausgegangen, dass die Besetzung friedlich beendet werden könne. «Das waren doch recht nette junge Leute und Flaschen sind auch keine geflogen», sagte ein Beamter.
Vor der Besetzung hatte der Studierendenverband Die Linke.SDS den Bildungsstreik insgesamt als «vollen Erfolg» bewertet. Mit dieser Dynamik habe man nicht gerechnet, sagte Geschäftsführerin Steffi Graf. Das sei «ein deutliches Warnsignal an die Politik». «Ein ´Weiter so´ darf es nicht geben», fügte Graf hinzu. Die Studenten hatten am Vormittag ihre Vollversammlung abgebrochen und waren zum FU-Präsidium gezogen. Weitere Sprecher der Initiatoren erklärten, das Gebäude sei vor allem deshalb besetzt worden, weil «bei der Verstümmelung von Diplom und Magister zu Bachelor und Master» das Präsidium der FU «eine Vorreiterrolle übernommen» habe.
Schüler und Studenten planen beim Bildungsstreik bis Freitag zahlreiche Protestaktionen in bundesweit mehr als 100 Städten. Sie wollen damit ihrem Unmut über die Schul- und Studienbedingungen Ausdruck verleihen. Gefordert wird unter anderem eine bessere finanzielle Ausstattung der Hochschulen. Zum zentralen Streiktag am Donnerstag mit Demonstrationen in vielen Städten Deutschlands rechnen die Veranstalter mit mindestens 150 000 Teilnehmern.
(ddp)
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Nach Beginn der Räumung gehen sie friedlich - Sprecherin kritisiert «krassen Schritt»
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