POL-OB, Treffen

Oberhausen - Ein Dutzend fit gebliebenen DLRG-Seniorinnen trafen sich heute (21.3.) im DLRG-Heim am Stadion Niederrhein bereits zum vierten Mal mit "ihrem Polizisten".

21.03.2024 - 17:48:34

Treffen mit DLRG-Seniorinnen - Zweite Phase der #NMDO-Präventionskampagne beginnt. Grund: das #NMDO-Stickeralbum".

DLRG-Bezirksleiter Peter Thomé und Schatzmeisterin Heike Kösters hatten von der Präventionskampagne #NMDO der Polizei Oberhausen in den Medien erfahren, sofort Kontakt aufgenommen und auch die ersten Treffen zur Übergabe der Sticker Alben geplant.

"Die Damen der DLRG-Seniorenschwimmgruppen haben mich vom ersten Moment an stark beeindruckt", sagt Polizeihauptkommissar Tom Litges. "Sofort ergaben sich interessante Diskussionen zu Verhaltenshinweisen und den Hintergründen der Betrugsmaschen, mit denen die Kriminellen die Senioren um ihr Erspartes bringen wollen. Ich bin mir nach dem vierten Termin relativ sicher, dass die Betrüger bei diesen Seniorinnen keinen Erfolg haben werden!"

Und genau das ist Ziel der Präventionskampagne, die von der Polizei Oberhausen in enger Zusammenarbeit mit dem LKA NRW entwickelt wurde. Seniorinnen und Senioren über Betrugsmaschen der gut organisierten Betrügerbanden nachhaltig informieren und ihnen praktikable Verhaltenshinweise zum Selbstschutz an die Hand geben.

"Mit dem Termin bei den DLRG-Damen schließen wir die erste Phase heute erfolgreich ab", sagt die Leiterin der Oberhausener Kriminalpolizei, Polizeidirektorin Heike Schultz. Die Kampagnenverantwortliche zieht eine erste Bilanz.

"In einer gemeinsamen Kraftanstrengung haben wir mit unseren Kooperationspartnern bei 90 Aktionen Stickeralben und Stickertüten an die Sammelteams verteilt. Diese Aktionen wurden mit mehr als 250 Medienberichten begleitet."

Gegenwärtig bereiten die Polizistinnen und Polizisten die zweite Phase der Präventionskampagne vor.

"In diesem Jahr richten wir unseren Fokus auf alleinstehende, vereinsamte und / oder verwitwete Seniorinnen und Senioren", erklärt Projektkoordinator Litges. "Wir wenden uns dazu an sozial engagierte Jugendliche, die mit ihren Nachbarn oder Bekannten Sammelteams bilden und sich so mit den Inhalten des überarbeiteten Stickeralbums befassen."

Dazu haben die Polizisten schon erste Gespräche mit dem Oberhausener Jugendparlament und dem S-Club der Stadtsparkasse Oberhausen geplant. "Die Jugendlichen sollen Gelegenheit bekommen, das Stickeralbum zu gestalten und eigene Ideen für "coole" Aktionen zu entwickeln."

HINTERGRUND:

"Mir könnte das nicht passieren!" - Diese Aussage fällt immer wieder, sobald es um das Thema Telefonbetrug geht. "Wie kann man Kriminellen einfach so sein ganzes Geld und den Schmuck übergeben!" Doch auch die älteren Menschen selbst können ihr eigenes Handeln - sobald sie das Geschehene realisiert haben - nicht mehr nachvollziehen.

Die Polizei appelliert und informiert regelmäßig - doch noch immer werden Seniorinnen und Senioren Opfer. Denn viele der Opfer erholen sich von diesem Schock nicht. Der Schaden ist dann nicht nur materieller Natur, sondern hat zur Folge, dass die Menschen ihren Glauben an sich selbst und ihre Lebenslust verlieren.

Deshalb hat sich die Polizei Oberhausen Anfang 2023 ein neues Konzept überlegt: Ein Stickeralbum gegen Telefonbetrüger. Die Idee: Enkel und Kinder sammeln gemeinsam mit ihren Eltern bzw. Großeltern Sticker!

Ganz in der Manier der beliebten Sammelbilder-Heftchen. Doch anstatt kurzer Texte zum Thema Fußball und Co. finden die Seniorinnen und Senioren im Album wichtige Informationen rund um die verschiedenen Betrugsarten. Denn die Kriminellen sind erfinderisch: Sie geben sich als Polizisten, Staatsanwälte oder Wasserwerker aus. Selbst vor Corona machten sie nicht halt, gaben sich als Mitarbeitende des Gesundheitsamtes aus und verlangten horrende Summen für Corona-Impfungen. Die Täter, die meist in professionell geführten Call-Centern sitzen, sind sprachgewandt und überzeugend. Sie suchen im Internet unter Telefonbüchern nach älter klingenden Vornamen. Dann wird so lange telefoniert, bis ein Opfer auf die Masche hereinfällt. Damit das nicht mehr passiert, wurde das kostenlose Stickeralbum entwickelt.

Neben dem informativen Teil mit vielen Tipps und Hinweisen, soll es natürlich auch Spaß machen. Dafür gibt es freie Felder, die von Enkeln und Kindern ausgefüllt werden können. Auch für Eintragungen, zum Beispiel mit den Rufnummern der nahen Verwandten ist hier Platz, diese können im Notfall direkt kontaktiert werden.

Die ebenfalls kostenlosen Sticker erhalten die Seniorinnen und Senioren, wenn sie an jeweils drei verschiedenen Terminen von Polizei oder Kooperationspartnern teilgenommen haben. Insgesamt drei Tütchen - es gibt hierbei keine doppelten Sticker - benötigt jeder Teilnehmende, um sein Album zu befüllen.

Der letzte Sticker bildet den Abschluss und ist etwas Besonderes: Er kann bei der Polizei abgeholt werden. Ist das Heft einmal fertig, so die Hoffnung, lädt es die älteren Menschen zum Schmökern ein und damit werden auch die darin enthaltenen Präventionshinweise immer wieder verinnerlicht.

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