CDU, Umfragewerte

Seit April ist Dennis Thering Landesvorsitzender der Hamburger CDU.

15.07.2023 - 07:32:23

CDU: Landeschefs mahnen Bundespartei zu Geschlossenheit. In Hamburg sieht er die CDU gut aufgestellt. Im Bund hofft er unter dem designierten neuen Generalsekretär auf weiteren Auftrieb.

Hamburgs CDU-Landesvorsitzender Dennis Thering hat seine Partei zur Geschlossenheit aufgerufen und vor einer Diskussion über mögliche Kanzlerkandidaten gewarnt. «Klar ist, Personaldiskussion nützen niemandem», sagte er der Deutschen Presse-Agentur.

«Das macht man nicht in der Öffentlichkeit aus, sondern bespricht es untereinander. Und dann entscheidet man sich am Ende für den besten Kandidaten». Zugleich äußerte er sich zuversichtlich, dass die CDU in der öffentliche Wahrnehmung unter dem designierten neuen Generalsekretär Carsten Linnemann weiter zulegen wird.

Denn bei den Umfragewerten der Union im Bund gebe es noch Luft nach oben, «gerade bei dieser schlechten Performance der Ampelkoalition», sagte Thering. «Natürlich kann es uns nicht zufriedenstellen, dass wir nicht konstant über 30 Prozent liegen.» Das habe auch Parteichef Friedrich Merz erkannt. «Deshalb haben wir jetzt den Wechsel im Amt des Generalsekretärs vorgenommen.»

Schulze: Parteil sollte nicht nach Hauptgegner suchen

Sachsen-Anhalts CDU-Vorsitzender Sven Schulze hält es nach einem Zeitungsbericht für einen Fehler seiner Partei, einzelne konkurrierende Parteien zum «Hauptgegner» auszurufen. «Ich empfehle uns, dass wir uns auf uns selbst konzentrieren und nicht nach einem Hauptgegner suchen», sagte er der in Halle erscheinenden «Mitteldeutschen Zeitung». Zuletzt hatte CDU-Chef Friedrich Merz die Grünen als «Hauptgegner innerhalb der Bundesregierung» bezeichnet.

Schulze sagte, zwar seien die Grünen «Wettbewerber und Gegner». Allerdings gebe es innerhalb der Grünen Unterschiede: «Mit jemandem wie Winfried Kretschmann aus Baden-Württemberg könnte ich persönlich mir eine Zusammenarbeit gut vorstellen.»

Schulze kritisierte zudem eine mangelhafte Profilierung seiner Partei auf Bundesebene. «Ich finde: Bei dieser Performance der Bundesregierung müsste die CDU bundesweit stärker dastehen.» Nötig sei eine erkennbare Alternative zur Ampel. «Wir müssen stärker herausstellen, wie wir selbst regieren würden. Ich nenne das Thema Heizungsgesetz: Wir hätten uns stärker profilieren können, wenn wir im Detail gesagt hätten, wie unsere eigene Lösung aussieht.»

Hoffnung auf Carsten Linnemann

Die CDU müsse Therings Ansicht nach mit klaren Forderungen und klaren Konzepten untermauern, dass sie auf Bundesebene die beste Alternative zur Ampelkoalition sei. «Das ist uns in den letzten zwei Jahren nicht so gelungen, wie wir es uns gewünscht hätten», sagte Thering. «Ich bin aber guten Mutes, dass durch Carsten Linnemann jetzt die öffentliche Wahrnehmbarkeit weiter gesteigert wird.»

Ein Streit auf offener Bühne über Inhalte und Personal komme jetzt aber zur Unzeit und helfe nur dem politischen Gegner. «In dem Bereich kann man auf Bundesebene von der Hamburger CDU einiges lernen. Mit Geschlossenheit kommt man am Ende immer am weitesten.»

Hintergrund sind Äußerungen von Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Hendrik Wüst und seinem schleswig-holsteinischen Kollegen Daniel Günther, die sich auch angesichts einer stärker werdenden AfD für einen Kurs der Mitte und gegen Populismus ausgesprochen hatten - was als indirekte Kritik an Parteichef Merz verstanden worden war.

@ dpa.de