CDU, Hamburg

Seit April ist Dennis Thering Landesvorsitzender der Hamburger CDU.

15.07.2023 - 05:47:10

Hamburgs CDU-Chef mahnt Bundespartei zu Geschlossenheit. In Hamburg sieht er die CDU gut aufgestellt. Im Bund hofft er unter dem designierten neuen Generalsekretär auf weiteren Auftrieb.

Hamburgs CDU-Landesvorsitzender Dennis Thering hat seine Partei zur Geschlossenheit aufgerufen und vor einer Diskussion über mögliche Kanzlerkandidaten gewarnt. «Klar ist, Personaldiskussion nützen niemandem», sagte er der Deutschen Presse-Agentur. «Das macht man nicht in der Öffentlichkeit aus, sondern bespricht es untereinander. Und dann entscheidet man sich am Ende für den besten Kandidaten». Zugleich äußerte er sich zuversichtlich, dass die CDU in der öffentliche Wahrnehmung unter dem designierten neuen Generalsekretär Carsten Linnemann weiter zulegen wird.

Denn bei den Umfragewerten der Union im Bund gebe es noch Luft nach oben, «gerade bei dieser schlechten Performance der Ampelkoalition», sagte Thering. «Natürlich kann es uns nicht zufriedenstellen, dass wir nicht konstant über 30 Prozent liegen.» Das habe auch Parteichef Friedrich Merz erkannt. «Deshalb haben wir jetzt den Wechsel im Amt des Generalsekretärs vorgenommen.»

Die CDU müsse mit klaren Forderungen und klaren Konzepten untermauern, dass sie auf Bundesebene die beste Alternative zur Ampelkoalition sei. «Das ist uns in den letzten zwei Jahren nicht so gelungen, wie wir es uns gewünscht hätten», sagte Thering. «Ich bin aber guten Mutes, dass durch Carsten Linnemann jetzt die öffentliche Wahrnehmbarkeit weiter gesteigert wird.»

Ein Streit auf offener Bühne über Inhalte und Personal komme jetzt aber zur Unzeit und helfe nur dem politischen Gegner. «In dem Bereich kann man auf Bundesebene von der Hamburger CDU einiges lernen. Mit Geschlossenheit kommt man am Ende immer am weitesten.»

Hintergrund sind Äußerungen von Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Hendrik Wüst und seinem schleswig-holsteinischen Kollegen Daniel Günther, die sich auch angesichts einer stärker werdenden AfD für einen Kurs der Mitte und gegen Populismus ausgesprochen hatten - was als indirekte Kritik an Parteichef Merz verstanden worden war.

«Erst einmal freue ich mich, dass wir so starke Ministerpräsidenten haben», sagte Thering. Sowohl Günther als auch Wüst genössen hohe Beliebtheit und machten «einen tollen Job». «Das ist ein Wert an sich.» Auch er wünsche sich in der «K-Frage» irgendwann Klarheit. «Friedrich Merz hat ja gesagt, dass das im Spätsommer 2024 der Fall sein wird. Und bis dahin braucht es jetzt keine Personaldiskussionen.»

@ dpa.de