Nahost, Deutschland

Die Angehörigen von zwei mutmaßlich von der Hamas verschleppten Frauen - eine Deutsch-Israelin und eine Deutsche - wenden sich an die Öffentlichleit und bitten um Hilfe.

10.10.2023 - 16:16:32

Frauen in Gazastreifen verschleppt: Familien bitten um Hilfe

Die Familie einer offenbar in den Gazastreifen verschleppten Deutsch-Israelin hat sich mit einem emotionalen Appell an die Öffentlichkeit gewandt. Auch die Mutter der mutmaßlich von Hamas-Terroristen verschleppten Shani Louk meldete sich in einem neuen Video zu Wort und bat um Hilfe.

Yarden Romann sei während des Hamas-Großangriffs auf das israelische Grenzgebiet gemeinsam mit ihrem Mann und ihrer kleinen Tochter von Terroristen in einen Wagen gezerrt und entführt worden, erzählte Amit Avraham, der Partner ihrer Schwester, der Deutschen Presse-Agentur am Dienstag. Sie sei Enkelin aus Deutschland geflohener Juden, die aus dem bayerischen Fürth stammten.

Vater und Tochter versteckten sich 24 Stunden lang

Die 36-jährige Frau habe sich zu Besuch bei ihren Schwiegereltern im Kibbutz Beeri im Grenzgebiet aufgehalten. Kurz vor der Grenze zum Gazastreifen sei es dem Paar gelungen, mit dem Kind aus dem Auto zu springen. Auf der Flucht seien sie getrennt worden. «Der Vater und die Tochter konnten sich 24 Stunden lang im Gebüsch verstecken», erzählte Avraham. Sie seien inzwischen in Sicherheit, von der Mutter fehle jedoch jede Spur.

Sie sei offenbar wieder von den Terroristen aufgegriffen und in den Gazastreifen verschleppt worden. Auch ihre Schwiegermutter und ihre Schwägerin seien entführt worden. «Die Familie Romann bittet um dringende Hilfe bei der Suche nach den Vermissten», hieß es in dem Appell.

Videobotschaft: Forderung von schneller Hilfe

Mit einem Hilfsappell meldete sich die Mutter der mutmaßlich von Hamas-Terroristen verschleppten Shani Louk in einem neuen Video zu Wort. «Wir bitten - nein, wir verlangen von der deutschen Regierung, dass sie schnell handelt», sagte die Mutter der 22-Jährigen in einer Videobotschaft, die am Dienstag im Internet verbreitet wurde. «Dies ist wirklich mein verzweifelter Aufruf an das ganze Land Deutschland, mir zu helfen, meine Shani wieder nach Hause gesund zurückzubekommen.»

Nach den Worten ihrer Mutter ist die junge Frau noch am Leben. Sie habe eine schwere Kopfverletzung und sei in einer kritischen Situation, sagte die Mutter in der Videobotschaft. «Man sollte sich nicht über Zuständigkeitsfragen streiten. Man muss schnell handeln, um Shani aus dem Gazastreifen herauszuholen.»

Beim Terrorangriff auf Israel am vergangenen Wochenende soll die junge Deutsche nach Überzeugung ihrer Familie verschleppt worden sein. Sie soll bei einem Musikfestival in der israelischen Negev-Wüste von der islamistischen Hamas als Geisel genommen worden sein. Bilder und Videos, die im Internet kursieren, zeigen den Körper einer verschleppten Frau auf einem Pick-Up, bei dem es sich nach Überzeugung von Shani Louks Familie, die teils auch in Ravensburg und Sulz am Neckar lebt, um die 22-Jährige handelt.

Die Mutter hatte sich schon am Wochenende mit der Bitte um Hilfe an die Öffentlichkeit gewandt. Auch die Tante der jungen Frau hatte an die Behörden appelliert, der auch über soziale Medien verbreitet worden war.

@ dpa.de