Erzbischof, AfD

Die AfD beruft sich mitunter auf das «christliche Abendland».

11.03.2024 - 09:24:21

Erzbischof: AfD hat christlichen Glauben nicht verstanden. Ihre Auffassungen sind nach den Worten des neuen Paderborner Erzbischofs jedoch unvereinbar mit christlichen Grundüberzeugungen.

Der neue Paderborner Erzbischof Udo Bentz hat der AfD vorgeworfen, sich zu Unrecht auf das christliche Menschenbild zu berufen. «Wenn dies geschieht, um sich etwa gegenüber bestimmten Gruppen und Minderheiten abzugrenzen und diesen Rechte abzusprechen, dann müssen wir deutlich sagen: Das ist gerade nicht das, wofür der christliche Glaube steht», sagte Bentz, der am Sonntag in Paderborn in sein Amt eingeführt wurde. «Und ich glaube, wir können hier doch noch eine größere Deutungskompetenz beanspruchen als die AfD.»

Bentz sagte, er freue sich außerordentlich über die eindeutige Erklärung, die die Bischofskonferenz bei ihrer Frühjahrsvollversammlung zur AfD verabschiedet hatte. «Ganz wichtig war, dass dies einstimmig erfolgte. Wir mögen uns in manchen Dingen uneinig sein, aber wenn es um die essenziellen Dinge geht, um den Glutkern des Christentums, wie es in der Erklärung heißt, dann ziehen wir alle an einem Strang», sagte Bentz.

Die bei der Frühjahrsvollversammlung in Augsburg verabschiedete Erklärung aller katholischen Bischöfe in Deutschland brandmarkt völkischen Nationalismus als unvereinbar mit dem christlichen Glauben. In der AfD dominiere eben diese völkisch-nationalistische Gesinnung, schreiben die Bischöfe. «Die AfD changiert zwischen einem echten Rechtsextremismus, den der Verfassungsschutz einigen Landesverbänden und der Jugendorganisation der Partei attestiert, und einem Rechtspopulismus, der weniger radikal und grundsätzlich daherkommt. Der Rechtspopulismus ist der schillernde Rand des Rechtsextremismus, von dem er ideologisch aufgeladen wird.» In beiden Fällen werde stereotypen Ressentiments freie Bahn verschafft.

Die Bischöfe stellen klar: «Völkischer Nationalismus ist mit dem christlichen Gottes- und Menschenbild unvereinbar. Rechtsextreme Parteien und solche, die am Rande dieser Ideologie wuchern, können für Christinnen und Christen daher kein Ort ihrer politischen Betätigung sein und sind auch nicht wählbar. Die Verbreitung rechtsextremer Parolen - dazu gehören insbesondere Rassismus und Antisemitismus - ist überdies mit einem haupt- oder ehrenamtlichen Dienst in der Kirche unvereinbar.»

@ dpa.de