Regional
Pflanzenzüchter befürchten Zunahme von Feldzerstörungen
16.04.09 | 13:49 UhrKritik an Bundesagrarministerin Aigner
Magdeburg (ddp-lsa). Nach dem Verbot der einzigen kommerziell angebauten Genpflanze in Deutschland befürchten Pflanzenzüchter die Zunahme von Feldzerstörungen. Mit dem durch Bundesagrarministerin Ilse Aigner (CSU) verhängten Anbauverbot für die genmanipulierte Maissorte MON 810 steige das Risiko, das Freisetzungsversuche und Forschungsprojekte von Hochschulen wegen radikaler Feldbesetzer aufgegeben werden müssten, sagte Kerstin Mönch vom Bundesverband Deutscher Pflanzenzüchter e.V. am Donnerstag in Magdeburg. Die Entscheidung gebe den Gegnern zusätzlichen Rückenwind.
Es sei inakzeptabel, dass die Politik das «Feindbild Gentechnik» durch populistische Entscheidungen weiter schüre, betonte Mönch. Denn die Aktivitäten der Anbaugegner verhinderten nicht nur gezielt den biologisch-technischen Fortschritt, sondern richteten sich auch gegen Landwirte, die bei der hofeigenen Futtermittelproduktion auf Genmais setzten. Dies sei verantwortungslos und egoistisch.
Am Mittwoch hatten 26 Gentechnik-Gegner bei Dreileben in der Magdeburger Börde ein Versuchsfeld mit gentechnisch veränderten Zuckerrüben des Unternehmens KWS Saat AG besetzt.
Bundesagrarministerin Aigner hatte am Dienstag den Anbau von gentechnisch verändertem Mais der Sorte MON 810 des US- Konzerns Monsanto verboten.
(ddp)
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