Jedoch seien dabei nur einige Stellen an der Rinde betroffen, Bäume müssten daher nicht gefällt werden.

Der ursprünglich aus Ostasien stammende Pilz wurde 1904 in die USA eingeschleppt und führte dort zum kompletten Zusammenbruch der Bestände der amerikanischen Kastanie. «1938 gelangte er dann nach Europa, 1992 wurde er zum ersten Mal in Deutschland registriert, ein Jahr später in Rheinland-Pfalz», erläuterte Eisenbarth. Die Sporen des Pilzes gelangten durch kleine Risse in die Rinde und zerstörten dort das Wachstumsgewebe des Baumes. Für Menschen stelle der Pilz jedoch keine Gefährdung dar. «Er nistet sich lediglich in die Rinde, nicht in das Holz oder die Früchte ein», fügte er hinzu.

Trotz einiger Bekämpfungsmaßnahmen breitet sich der Pilz seit dem trockenen Sommer 2003 vor allem in den Wäldern der Haardt, einem besonders von Esskastanien geprägten Teil des Pfälzerwaldes, weiter aus. «Die Auswirkungen sind aber bei weitem nicht so schlimm wie die an der amerikanischen Kastanie», sagte der Experte. Die heimischen Esskastanienbäume seien wohl relativ resistent, da sich der Pilz nur punktuell an der Rinde ausbreite. Ein Mittel zur Bekämpfung des Pilzes sei bislang noch nicht gefunden worden, obwohl intensiv daran geforscht werde.

Rheinland-Pfalz verfügt laut Eisenbarth nach Baden-Württemberg bundesweit über den zweithöchsten Flächenanteil an Esskastanien. Die Kastanie, die vermutlich durch die Römer in die Region gelangte, stockt im Land auf rund 1750 Hektar Fläche. Schwerpunkte der Verbreitung ist neben den Gebieten oberhalb der pfälzischen Weinberge in der Haardt die Moselregion.

Neustadt/Weinstraße (ddp-rps)