Die FDP-Politikerin hatte eine «Schweigemauer» in katholischen Einrichtungen beklagt. CSU-Vizechefin Beate Merk sagte dem «Münchner Merkur» (Donnerstagausgabe), dies sei ein «heftiger Angriff» auf die Kirche. Die bayerische Justizministerin warf Leutheusser-Schnarrenberger vor, «undifferenziert pauschale Kritik» zu äußern. Es gebe in der Kirche den aufrichtigen Willen, die Fälle aufzuarbeiten.
Geis sagte zu «Spiegel Online», Leutheusser-Schnarrenberger versuche, «ihren Frust über die katholische Kirche» loszuwerden. Der CSU-Innenexperte Stephan Mayer betonte: «Eine Schweigemauer kann ich in der katholischen Kirche beim besten Willen nicht erkennen.» Die Deutsche Bischofskonferenz habe deutlich gemacht, dass sie bei Missbrauch keine Toleranz gelten lasse. Mayer warnte, man dürfe «nicht den Fehler machen, die katholische Kirche in Bausch und Bogen an den Pranger zu stellen».
Der Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), Alois Glück (CSU), nannte das Vorgehen von Leutheusser-Schnarrenberger «nicht sehr hilfreich». Es gebe bereits «rigorose Anstrengungen» der Kirche zur Aufklärung von sexuellem Missbrauch. Deshalb sei es weder richtig noch akzeptabel, von einer Schweigemauer zu sprechen, sagte Glück in München.
München (ddp-bay)































