«Das muss doch schneller gehen», dachte sie sich. Also entwickelte sie eine spezielle Blumenschere, die imstande ist, Blumenstängel schräg abzuschneiden. Für ihre Entwicklung hält sie heute ein Patent in den Händen und wurde im vergangenen Jahr auf der Erfindermesse in Nürnberg mit einer Goldmedaille ausgezeichnet.
Mink ist eines von rund 15 Mitgliedern des «Erfinderclubs Koblenz», der sich in der Rhein-Mosel-Stadt regelmäßig zu einem Erfahrungsaustausch trifft. «Dabei geht es um die Klärung patentrechtlicher Fragen, aber auch um die Vermarktung der Erfindungen», erklärt Norbert Strompen, der für die Industrie- und Handelskammer (IHK) Koblenz den Erfinderclub betreut. Es sei oft ein langer Weg, von der einfachen Idee bis hin zum marktreifen Produkt.
Einer, der ebenfalls bereits ein Patent in den Händen hält, ist Michael Franz aus Ransbach-Baumbach (Westerdwaldkreis). Als er einmal von seiner eigenen Bulldogge gebissen wurde, bemerkte er, dass es für diese Tierart keine passende Maulkörbe gab. «Problematisch waren auch die Tierarztbesuche, bei denen der Hund, wegen des fehlenden Maulkorbes, betäubt werden musste», berichtet Franz.
Also zog er sich zurück und begann zu tüfteln. Das Ergebnis: ein Maulkorb speziell für flachschnäuzige Hunde. «Obwohl die Maulkorbpflicht weiter verschärft wurde, gab es nichts Vergleichbares», sagt Franz. Die Nachfrage sei groß. Da gerade die Doggen und die Terrier zur Zeit Modehunde seien, rechnet er sich für seine Erfindung auf dem Markt große Chancen aus.
«Nicht jede Erfindung wird zu einem geschäftlichen Erfolgsmodell», warnt IHK-Mann Strompen. Nur zehn Prozent aller Patente kämen tatsächlich auch auf den Markt. Es sei ein langer Weg, ein Patent zu haben und dann anschließend tatsächlich auch in die Produktion zu gehen. «Ich kenne noch niemanden aus dem Club, der mit seiner Erfindung zum Millionär geworden ist», sagt Strompen. Oft werde er auch mit «Juxerfindungen» konfrontiert, wie die mitdrehende Parkscheibe oder dem Bierglas, das sich meldet, wenn es leer ist.
Ernst meint es dagegen Peter Strunk, der bereits seit Jahren an seinen Erfindungen bastelt. So entwickelte er ein Container-System für den Einsatz von Rettungshubschrauber, eine Einstiegsvorrichtung für Rettungskräfte nach Flugzeugentführungen oder ein Sicherheitssystem für Schiffe im Kampf gegen die Piraterie. «Alle meine Erfindungen sind bereits im Modell vorhanden», berichtet Strunk. Aber für eine Anmeldung als Patent fehle ihm ganz einfach das Geld. Er sagt: «Deutschland ist Weltmeister im Anmelden von Patenten, aber unfähig, die Dinge auch umzusetzen».
Mehr Glück mit ihrer Erfindung, der Schrägschneideschere, erhofft sich Carmen Mink. «Vielleicht hilft mir ja der große praktische Nutzen der Schere», hofft sie. Im Gegensatz zu den üblichen Scheren, würden die Blumenstängel beim Schnitt nicht zerdrückt und könnten so wesentlich länger Nährstoffe aufnehmen. Ein Blumenstrauß bleibe dadurch bis zu zwei Wochen länger frisch. Nachdem jedoch erste Anfragen bei den Baumärkten erfolglos blieben, hat sie jetzt ein externes Vertriebsunternehmen mit der Vermarktung beauftragt.
«Ich habe bereits eine weitere Erfindung in der Planung», sagt Mink. Was es genau ist, will sie jedoch nicht verraten: «Ich würde sonst gegen das Patentrecht verstoßen, dass bis zur Patenterteilung keine Veröffentlichung der Idee zulässt». Nur im engsten Kreis des Erfinderclubs sei, unter der Zusage höchster Verschwiegenheit, doch schon einmal der eine oder andere Gedankenaustausch möglich.
Koblenz (ddp-rps)


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