Berlin (ddp-bln). In ihrem Unmut über die Auswirkungen der Wirtschaftskrise würde offenar die Mehrheit der Berliner Gewalttätigkeiten gegen die Verantwortlichen gutheißen. Wie eine aktuellen Forsa-Umfrage im Auftrag der «Berliner Zeitung» (Wochenendausgabe) ergaben, sagten 58 Prozent der Befragten, dass sie Verständnis für gewalttätige Proteste und Demonstrationen haben, die sich etwa in Frankreich gegen Banker und Manager richteten. Verständnis für solche Aktionen haben in Berlin besonders Anhänger der Linken (69 Prozent) und der Grünen (66 Prozent), aber auch 58 Prozent der SPD- und immerhin 53 Prozent der CDU-Anhänger.

Mehr als die Hälfte der 1000 repräsentativ befragten Berliner gab zudem an, sie hätten wegen der Wirtschaftskrise ihren Lebensstil geändert und versuchten, preisgünstiger einzukaufen. 41 Prozent stellen größere Anschaffungen zurück, 33 Prozent gehen weniger ins Restaurant oder Kino und 27 Prozent verzichten auf Urlaubsreisen. Etwa jeder fünfte Berliner rechnet krisenbedingt mit Einkommenseinbußen, bei den Selbstständigen sogar fast jeder Zweite. Etwa jeder siebte Befragte befürchtet auch den Verlust des Arbeitsplatzes.

Das Vertrauen in die Politik, mit der Wirtschaftskrise fertig zu werden, ist gering. Mehr als die Hälfte (53 Prozent) der Berliner traut keiner der Berliner Parteien die Kompetenz zu, die Probleme zu lösen. Gefragt, wer derzeit die besten Konzepte in der Wirtschafts- und Finanzpolitik hat, nennen 16 Prozent die SPD, 12 Prozent die CDU, 9 Prozent die FDP, 5 Prozent die Linke und 4 Prozent die Grünen.

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