Zugleich forderte die Linke-Fraktion eine deutliche Reduzierung des militärischen Bereichs auf der ILA. Laut Gesundheitsministerin Anita Tack (Linke) betrug der militärische Anteil bei vergangenen Messen mehr als 50 Prozent. Auch Markov sagte, er habe schon Anfang der 90er Jahre gegen die militärische Ausrichtung der Messe protestiert. Beide Minister treten aber grundsätzlich für den Erhalt der ILA in der Region ein.
Linke-Vize-Fraktionschef Stefan Ludwig erklärte die stärkere Präsenz von Kampffliegern und -Hubschraubern mit dem Engagement vor allem russischer Aussteller. Osteuropäische Anbieter präsentierten auf der ILA «erheblich Militärtechnik'. Ludwig trat dafür ein, diese Bereiche der Messe nicht mit öffentlichen Geldern zu unterstützen.
SPD-Fraktionschef Dietmar Woidke sagte, die Debatte um die militärische Ausrichtung der ILA «kann und muss man führen». «Wir werden Einigkeit mit der Linken erzielen», zeigte sich Woidke sicher. Diese bedeutende Messe müsse der Region erhalten bleiben. Der SPD-Politiker verwies darauf, dass die Luft- und Raumfahrtindustrie in der Region Fuß gefasst und sich gut entwickelt habe.
Dagegen bezeichnete die CDU-Abgeordnete Saskia Ludwig es als «Unding», gegen die militärische Nutzung der ILA vorgehen zu wollen. «Der militärische Teil gehört mit zur Schau», sagte Ludwig. Gegenüber der SPD sprach sie die Erwartung aus, sich gegen den Koalitionspartner durchzusetzen.
Die seit 1992 alle zwei Jahre in Schönefeld stattfindende ILA muss wegen der Ende Oktober 2011 geplanten Eröffnung des Großflughafens Berlin Brandenburg International (BBI) umziehen. Vorgesehen ist ein Standort nahe der Ortschaft Selchow westlich des BBI. Bisher sind weder die Finanzierung des Areals noch eigentumsrechtliche Fragen geklärt.
Der Bundesverband der Deutschen Luft- und Raumfahrtindustrie (BDLI) als ILA-Veranstalter sieht sich schon nach anderen Standorten um. Brandenburgs Wirtschaftsminister Ralf Christoffers (Linke) hatte am Montag angekündigt, dass zur Sondierung von Fördermöglichkeiten für die ILA ein Spitzengespräch mit Berlins Regierendem Bürgermeister Klaus Wowereit und Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck (beide SPD) geplant sei.
(Quellen: alle in Potsdam)
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