Karl-Theodor - Guttenberg: Äußerungen zu Schneiderhan und Wichert «nichts Neues»: Bundesverteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) sieht keinen Schwenk in seiner Darstellung der Entlassungsgründe von zwei hohen Mitarbeitern im Zuge der Kundus-Affäre. Bei seinen am Mittwoch veröffentlichten Interviewaussagen handele es sich um «nichts Neues», sagte Guttenberg bei einem Besuch der Bundeswehr-Streitkräftebasis in Grafschaft-Gelsdorf bei Bonn.
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Guttenberg hatte in dem Interview betont, dass er «nie den Eindruck» hatte, Schneiderhan oder Wichert hätten «vorsätzlich oder böswillig» gehandelt. Ihm seien anlässlich seiner ersten Bewertung des Luftschlags von Kundus vom 4. September vergangenen Jahres Meldungen, Berichte und Unterlagen aber «nicht vorgelegt» worden.

Zuvor hatte Guttenberg gesagt, er sei mutwillig nicht über alles unterrichtet worden. In der kommenden Woche soll Schneiderhan erstmals vom Kundus-Untersuchungsausschuss gehört werden.

Guttenberg betonte, er sehe seinem eigenen für April geplanten Auftritt vor dem Untersuchungsausschuss mit Gelassenheit entgegen. «Ich begrüße die Arbeit des Ausschusses», sagte der Minister. Die Opposition wolle das Thema der Entlassung der beiden Spitzenleute lediglich ausschlachten, fügte er hinzu.

Bei dem Luftschlag von Kundus auf zwei von Taliban gekaperte Tanklaster waren bis zu 142 Menschen ums Leben gekommen, darunter zahlreiche Zivilisten. Der Kundus-Untersuchungsausschuss des Bundestages soll die Hintergründe des Luftschlages klären. Guttenberg hatte den Angriff zunächst als militärisch angemessen verteidigt, später aber nach Einblick in weitere Unterlagen diese Einschätzung revidiert.

Grafschaft-Gelsdorf (ddp)