Die französische Komödie «Triff die Elisabeths!» basiert auf einer einfachen, überaus plump anmutenden Grundidee: Eine schwarze Familie fährt in den Schnee. Für die Filmproduzenten ist das anscheinend ein vollkommen irrwitziger Widerspruch.
Vermutlich wäre der Film sogar Rassismusvorwürfen ausgesetzt, wenn Regisseur Lucien Jean-Baptiste nicht selbst aus der französischen Überseeregion Martinique stammen würde. Genau wie die von ihm gespielte Hauptfigur ist er vor einigen Jahren aufs europäische Festland übergesiedelt. Er weiß also, wovon er spricht, wenn er in seinem Film etliche Zoten auf Kosten der schwarzen Familie reißt. Die Grenzen des politisch korrekten Humors lotet Jean-Baptiste dabei bis zur Schmerzgrenze aus. Doch es ist genau diese Mischung aus Übermut und Selbstironie, die seinen Film auszeichnet.
Da wirkt nichts gekünstelt, gestellt oder durch die Drehbuchzensur gejagt. Die Menschen in «Triff die Elisabeths!» sind trotz oder gerade wegen all ihrer Widersprüche Zeitgenossen aus Fleisch und Blut. Die Komödie erscheint dadurch wie ein Werk aus der Mitte des Volkes. Genau das ließ den Film in Frankreich bereits zu einem wahren Zuschauermagneten und Dauerbrenner in den Kinos werden. Doch auch über die Landesgrenzen hinaus konnte das Werk bereits einige Erfolge feiern. So gewann die Komödie auf dem Filmfest Hamburg dank ihrer frischen und unverblümten Art den Zuschauerpreis.
Ein weiterer Pluspunkt ist der Schauspieler Jean-Baptiste. In der Hauptrolle verkörpert der Filmemacher einen derart liebenswerten Verlierer, dass man nicht umhin kommt, ihn umgehend ins Herz zu schließen. Gepaart mit typisch französischem Slapstickhumor ist eine Komödie entstanden, die überrascht, ein bisschen verschämt und dennoch in der Hauptsache vorzüglich unterhält. «Triff die Elisabeths!» will alles sein, nur keine komödiantische Stangenware. Dieses Vorhaben ist dem Film allemal gelungen.
(«Triff die Elisabeths!», Komödie, Frankreich 2008, 90 Minuten, Regie: Lucien Jean-Baptiste, Darsteller: Anne Consigny, Lucien Jean-Baptiste, Firmine Richard, Jimmy Woha-Woha u.a.)
Kinostart: 31. Dezember 2009
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