In mehreren Arztpraxen hätten Ärzte ihre impfwilligen Patienten mangels Serums wieder nach Hause schicken müssen.
Das Gesundheitsministerium plädiert dafür, dass zunächst die Risikogruppen geimpft werden sollten. Zwar könne im Freistaat jeder, der geimpft werden wolle, auch geimpft werden - «aber das geht natürlich nicht für alle gleichzeitig», räumte Ministeriumssprecher Ralph Schreiber ein. Der Impfstoff könne vom Hersteller «nur in gewissen Chargen geliefert» werden.
Insgesamt hat Sachsen rund 2,6 Millionen Impfdosen bestellt. Die Kassenärztliche Vereinigung Sachsen (KVS) empfiehlt Ärzten, eine Warteliste mit Impfwilligen anzulegen und diese abzuarbeiten, wenn die Lieferengpässe beseitigt sind. Durch die Präsenz dieses Themas in den Medien sei zu Beginn der Impfaktion auch in Sachsen ein riesiger Bedarf ausgelöst worden, der die Nachfrage erhöht habe. «Das pegelt sich aber gerade ein», sagte KVS-Sprecher Ingo Mohn. Der Impfstoff gelange derzeit nicht immer dorthin, wo er gerade gebraucht wird.
Über 2000 sächsische Praxen hätten bisher der KVS schriftlich mitgeteilt, dass sie die Impfung gegen die Schweinegrippe vornehmen. Der Vorstandsvorsitzende der KV Sachsen, Klaus Heckemann, sagte: «Der erste Ansprechpartner für den Impfwunsch bleibt der behandelnde Arzt, im allgemeinen der Hausarzt.»
Die Leiterin der Abteilung Hygiene des Gesundheitsamtes Leipzig, Ingrid Möller, sagte, die niedergelassenen Ärzte würden weniger Impfdosen bekommen, als sie bestellt haben. Zudem gebe es auch Mediziner, die sich generell weigerten, die Immunisierungen gegen Schweinegrippe vorzunehmen.
Derzeit sind in Sachsen nach Angaben des Gesundheitsministeriums 2990 Menschen an Schweinegrippe erkrankt.
Dresden/Leipzig (ddp-lsc)


























