Nach der bereits vierten schweren Schlappe in diesem Jahr sollten die «Hinterzimmer-Politzocker» um SPD-Generalsekretär Klaus Ness und SPD-Landtagsfraktionschef Dietmar Woidke über ihre Strategie nachdenken. Von den vermeintlichen Schnittmengen zwischen den Koalitionären SPD und Linke scheine inzwischen nichts mehr übrig zu sein.
Bei der Landratswahl im Barnimer Kreistag am Mittwoch hatte der langjährige SPD-Landrat Bodo Ihrke lediglich im Losverfahren gewonnen. Zuvor hatte es im zweiten Wahlgang ein Patt zwischen ihm und dem von der Linken unterstützten parteilosen Herausforderer Mark Matthies gegeben. Ihrke bat sich aufgrund des Ergebnisses Bedenkzeit bis Freitag aus, ob er die Wahl annimmt.
Bereits am Montag hatte die SPD bei der Landratswahl in Spree-Neiße eine Niederlage erlitten und das Amt an die CDU verloren. Dort hatte die SPD unter Führung von Unterbezirkschef Woidke ihren langjährigen Landrat Dieter Friese fallenlassen, weil er nicht von der Linken unterstützt wurde. Doch der von SPD und Linke aufgestellte Andreas Petzold unterlag dann dem CDU-Mann Harald Altekrüger.
Dombrowski sagte, die Linke habe ihrem Koalitionspartner «eiskalt die rote Karte» gezeigt und mit ihrem eigenen Kandidaten die Wahl von Ihrke verhindert. Wenn das so weitergehe, könnten bald alle politischen Entscheidungen per Los getroffen werden. «Das würde der rot-roten Chaos-Koalition zahlreiche Diskussionen ersparen und hätte noch dazu einen ehrlicheren Charakter als das jetzige Theater», betonte der CDU-Politiker.
Ihrke war auch von der CDU unterstützt worden. Dombrowski bezeichnete es als «menschlich nachvollziehbar und anerkennenswert», dass sich Ihrke eine Bedenkzeit erbeten hat.
Potsdam (ddp-lbg)


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