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Höchstkurs 83,08 € 
Tiefstkurs 81,70 € 
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Börsen-Zeitung: Intervention aus Riad, Marktkommentar von Dieter

veröffentlicht am 26.08.2016

Börsen-Zeitung / Börsen-Zeitung: Intervention aus Riad, Marktkommentar ....

KuckelkornFrankfurt - Eines kann man dem neuen saudi-arabischenÖlminister Khalid al-Falih bescheinigen: Er hat ein Talent dafür, dasRichtige zum richtigen Zeitpunkt zu sagen.Al-Falih ist es kürzlich gelungen, einen regelrechtenShort-Squeeze am Ölmarkt auszulösen. Mitte August hatte dieInternationale Energieagentur (IEA) mit ihrem neuesten Monatsberichtfür Unruhe unter den Marktteilnehmern gesorgt, als sieüberraschenderweise für das dritte Quartal erstmals wieder einDefizit auf dem globalen Ölmarkt vorausgesagte. Dies hat die Akteureinsbesondere an den amerikanischen Rohstoffbörsen überrascht, diesich auf ein Überangebot und auf fallende Preise eingestellt hatten.In diesem Klima ließ der Minister eine verbale Bombe platzen,indem er ankündigte, es werde neue Gespräche großer Produzentenländergeben mit dem Ziel geben, gemeinsam auf eine Stabilisierung desMarktes hinzuarbeiten. Dies hat bei Hedgefonds regelrecht Panikausgelöst, die daraufhin ihre rekordhohen Netto-Short-Positionen aufdie US-Sorte West Texas Intermediate in nur einer Woche um sage undschreibe knapp 57.000 Kontrakte reduzierten. Laut Daten von Bloombergist dies der stärkste wöchentliche Rückgang seit 2006. DieEindeckungen durch spekulative Marktteilnehmer haben den Preis derBenchmark-Ölsorte Brent Crude dann wieder über die Marke von 50Dollar je Barrel getrieben. Seither hat die Notierung aber wiederleicht nachgegeben und sich vor dem Wochenende bei rund 49,60 Dollareingependelt.Die Spekulanten sind übrigens zumindest auf kurze Sicht derentscheidende Faktor bei Rohöl. Der vor allem an den US-Terminbörsenstattfindende Markt für "Papier-Öl" ist mittlerweile sehr viel größerals der Markt für "physisches Öl". Täglich wird an der Nymex sowie ananderen Börsen in WTI-Kontrakten rund hundertmal so viel Ölgehandelt, wie es von der Sorte tatsächlich gibt. Es wird zudem anKontrakten der Sorte, die ja nur einen kleineren Teil derWeltölversorgung abdeckt, täglich fünfmal so viel Volumen gehandeltwie weltweit überhaupt Rohöl zur Verfügung steht.Nach seiner gelungenen Verbalintervention dürfte dem saudischenÖlminister nun etwas anderes deutlich schwerer fallen: Bei denGesprächen der Produzentenländer, die es am 26. bis 28. September inAlgier geben wird, muss er seinen Hauptkontrahenten innerhalb derOrganisation Erdöl exportierender Länder (Opec), den iranischenÖlminister Bijan Zanganeh, davon überzeugen, dassProduktionskürzungen bzw. Begrenzungen auch im Interesse des Iranliegen könnten. Im April waren Gespräche mit dem Ziel derPreisstützung bereits an dem Streit zwischen Saudi-Arabien und demIran gescheitert. Und die meisten Analysten sehen wenig Perspektivendafür, dass es diesmal anders sein könnte.Während Saudi-Arabien daran gelegen ist, den Status quo zuerhalten, ist der Iran bestrebt, alte Marktanteile wieder zugewinnen. Diese Marktanteile hatte er im Rahmen der gegen das Landverhängten Sanktionen im Atomstreit aufgeben müssen. Aktuell hat zwarder iranische Ölminister seine Teilnahme an den Gesprächen zugesagt,aber gleich darauf hingewiesen, die anderen Opec-Mitglieder müsstenanerkennen, dass der Iran das Recht habe, verlorene Pfründe wieder zugewinnen. Darauf dürfte sich Saudi-Arabien aber kaum einlassen.Zugeständnisse sind für das Land finanziell kaum zu akzeptieren,denn die saudische Monarchie hält sich lediglich mit teurenGeldgeschenken an die unzufriedene Bevölkerung an der Macht. Somitdarf erwartet werden, dass die neuen Bemühungen erneut ausgehen wiedas Hornberger Schießen. Kurzfristig könnte dies dann zwar denÖlpreis erneut unter Druck setzen. Es ist aber gleichwohl nicht zuerwarten, dass wie im Frühjahr Niveaus von weniger als 30 Dollar fürdas Fass Brent gesehen werden. Dafür spricht die mittlerweile dochdeutlich veränderte fundamentale Marktlage, wie sie die IEA - wieerwähnt - dargelegt hat.Wenngleich Spekulanten kurzfristig die Preisbildung beherrschen,so hat sich doch gezeigt, dass längerfristig die Fundamentaldaten aufdie Notierungen durchschlagen. Auf längere Sicht wird es daherAuswirkungen haben, dass die Förderung außerhalb der Opec zurückgeht,während innerhalb des Kartells kaum mehr Raum fürProduktionssteigerungen besteht. Da sich die Welt aber stetig daraufzu bewegt, trotz aller Klimaziele pro Tag mehr als 100 Mill. BarrelÖl zu verbrennen, darf erwartet werden, dass der Ölpreis dieseGemengelage auch widerspiegeln wird. Im kommenden Jahr könnte Brentauf ein Niveau zwischen 60 und 70 Dollar steigen.OTS: Börsen-Zeitungnewsroom: http://www.presseportal.de/nr/30377newsroom via RSS: http://www.presseportal.de/rss/pm_30377.rss2Pressekontakt:Börsen-ZeitungRedaktionTelefon: 0692732-0www.boersen-zeitung.de