Dresden (ddp-lsc). Sachsens Grüne verurteilen den Anschlag auf die Versuchsplantage des Bundesforschungsinstituts für Kulturpflanzen in Dresden. Die Zerstörung der 274 teils genmanipulierten Apfelbäume sei «ein Schlag ins Gesicht all jener, die sich mit großem Einsatz und auf legalem Weg gegen Agrogentechnik engagieren», sagte der Fraktionsvize und Agrarexperte der Grünen-Fraktion, Michael Weichert, am Mittwoch. Ein solches Vorgehen dürfe nicht toleriert werden, «ganz gleich welche Motive dahinter stehen mögen». Zugleich warnte Weichert aber vor einer generellen Kriminalisierung von Gentechnik-Gegnern.

Unbekannte waren am Wochenende auf das Gelände der Bundeseinrichtung eingedrungen und hatten die Baumstämme durchtrennt. Der Schaden liegt ersten Schätzungen zufolge bei rund 700 000 Euro. Nach Angaben von Agrarminister Frank Kupfer (CDU) sind mit der Zerstörung der Pflanzen zehn Jahre Forschungsarbeit vernichtet worden.

Der agrarpolitische Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Peter Bleser, nannte den Vorfall einen «Anschlag auf die Freiheit der Forschung in Deutschland». Er kritisierte zudem, dass Gegner der Grünen Gentechnik einerseits das Fehlen von Forschungsergebnissen zur Einschätzung von Chancen und Risiken der Technologie bemängelten, andererseits aber «immer wieder Versuchsanordnungen» zerstört würden.

Die Bundeseinrichtung Julius Kühn-Institut (JKI) hat insgesamt 15 Institute. Die Zweigstelle in Dresden-Pillnitz befasst sich mit Züchtungsforschung an gartenbaulichen Kulturen und Obst.

(ddp)