An der Spitze des mit 12 400 Mitgliedern bundesweit stärksten Landesverbandes der Partei löst Gebhardt, der zuvor zehn Jahre lang Landesgeschäftsführer war und seit 2004 im Landtag sitzt, die Dresdnerin Cornelia Ernst ab, die im Juni ins Europaparlament gewählt wurde und ihr Parteiamt daher nach acht Jahren abgibt.
Gebhardt strebt an, schwelende Konflikte in der Landespartei zu beenden. Er warb für einen «neuen politischen, aber auch kulturellen Aufbruch» und betonte, er «beurteile Personen nicht danach, aus welcher Gruppe sie kommen». In seiner schriftlichen Bewerbung hatte er das «immense Misstrauen untereinander» kritisiert, das er «abbauen» wolle.
Er wolle in seinem neuen Amt integrieren, sagte Gebhardt. Statt zu sagen, «alles tanzt nach meiner Pfeife», wolle er «Verantwortung unter Gleichgesinnten» übernehmen. Unter seiner Führung solle die Landespartei mehr Selbstbewusstsein entwickeln und ihre langfristigen Ziele in einem «eigenen sächsischen Parteiprogramm» formulieren.
Die Linke bestimmt auf dem zweitägigen Parteitag ihren gesamten Vorstand neu, darunter auch drei Stellvertreter Gebhardts. Vorgeschlagen sind der 59-jährige Jurist Klaus Bartl, der 33 Jahre alte Finanzpolitiker Sebastian Scheel und die 52-jährige Gewerkschafterin Cornelia Falken. Die Partei ist zweitstärkste politische Kraft in Sachsen, obwohl sie bei der Landtagswahl am 30. August nur auf 20,6 Prozent gekommen war, drei Prozent weniger als fünf Jahre zuvor.
Burgstädt (ddp-lsc)


























