Fortis Bank sieht Silber bei $19,29
23.11.2009 - 12:30:10 | ad-hoc-news.de
Wie aus dem neuesten „Metals Monthly“ der VM-Group, einem Tochterunternehmen von BNP Paribas/Fortis, hervorgeht, befindet sich der Silbermarkt aktuell in einer höchst ungewöhnlichen Situation. Vor allem in den ersten Oktoberwochen machte es ganz den Anschein, als ob Gold das weiße Metall deutlich outperformen würde. Im Bericht wurde dies als „eine Art Rätsel“ beschrieben, und darauf verwiesen, dass sich der Markt gewöhnlich genau umgekehrt verhält und Silber wesentlich stärker ansteigt als Gold.
Gerade auch weil die Basismetalle wieder deutlich an Stärke gewinnen, vermutet die VM-Group, dass Silber höchstwahrscheinlich der „Zentralbank-Bonus“ fehlt. Das neuerliche Interesse der Notenbanken an Gold wird von manchen Marktbeobachtern bereits als Renaissance angepriesen, während auf dem Silbermarkt seit Jahren keine signifikanten Käufe oder Verkäufe des offiziellen Sektors vermeldet wurden. Gleichzeitig scheint Silber, als Industriemetall, aktuell nicht sonderlich gefragt zu sein. Insbesondere aus China, wo die Basismetallnachfrage bereits seit dem ersten Quartal wieder deutlich ansteigen konnte und damit für Unterstützung der Basismetallpreise sorgte, fehlen jegliche Berichte über eine Erholung der Silbernachfrage.
Beide Aspekte, die schlechte Situation in der Industrie wie auch fehlendes Interesse der Zentralbanken, spiegeln sich laut der VM-Group im Preisverhalten von Silber wieder. „Silber hinkt hinter Gold hinterher“, analysierte der Bericht mit klaren Worten.
Als dann am 16. November der Silberpreis endlich doch die Marke von 18 US-Dollar die Unze überschreiten konnte, damit gleichzeitig die Gold-Silber-Ratio auf unter 62 brachte, kam es auch zu einer Reaktion der Investoren. Weil gleichzeitig auch die Metalle der Platingruppe deutlich anstiegen, könnte dies als ein Zeichen dafür gewertet werden, dass der Markt wieder größeres Vertrauen in die Erholung der Wirtschaftslage hat. Höchstwahrscheinlich waren es allerdings eher die Rekord-Zuflüsse in die US-amerikanischen Silber ETFs, die am 12. November einen Zuwachs von 183 Tonnen vermeldeten, die positive Signale an die Investoren sendeten.
Die VM-Group äußerte sich skeptisch, ob allein das Interesse der Anleger Preise von jenseits der 20 US-Dollar die Unze unterstützen könne; „dafür werde es deutlichere Zeichen einer wirtschaftlichen Erholung bedürfen“, vermerkte der Bericht.
Kurzfristig prognostiziert die VM-Group deswegen einen Silberpreis zwischen $16,00 und $19,20 die Unze.
Auf dem Goldmarkt warnte man davor, dass in Anbetracht der guten Nachrichtenlage jegliche schlechte Meldung überbewertet werden könnte, selbst wenn hinter der aktuellen Rallye wohl mehr steckt als nur die jüngsten Käufe der Zentralbanken. Auch die Ankündigungen einiger großen Minenunternehmen ihre Hedge-Programme deutlich oder vollständig zurückzufahren, ist zweifelsohne einer der Gründe warum der Goldpreis in den letzten Wochen so ansteigen konnte. Gleichzeitig ist aber zu beobachten, dass das Interesse der Investoren etwas abgeebbt ist. Im Oktober gingen nur magere 7 Tonnen Gold in alle 16 ETFs zusammen ein. Kurzfristig sieht die VM-Group Gold deswegen zwischen $1.050 und $1.175 die Unze(23.11.2009 ns/si/as/tw)
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